Zeitung Heute : Nicht überprüfbar

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Tagesspiegel: Alle Berichte von den Olympischen Winterspielen
Newsticker: Aktuelle Nachrichten von den XIX. Winterspielen sowie weitere Sportmeldungen Die Olympier schlagen zu, mit aller Härte ihrer Regeln, so konsequent wie noch nie. Schlecht für Julia Pawlowitsch, die Short-Trackerin aus Weißrussland, gut für Olympia und auch nicht zu bemäkeln, weil frühere olympische Doping-Kontrolleure in weit gravierenderen und eindeutigeren Fällen weit nachsichtiger agiert haben. Wenn die nun trotz formaler Mängel verhängten Sanktionen ein Beleg für ernsthaften Kampf gegen den Betrug sind, der Wechsel vom Wegschauer Juan Antonio Samaranch zum Belgier Jacques Rogge an der Spitze des Internationalen Olympischen Komitees hätte sich schon gelohnt.

Spekulativ nur die Frage, ob das IOC mit seinem deutschen Vizepräsidenten Thomas Bach mit gleicher Verve gegen Athlet und Verband vorgegangen wäre, hieße die Delinquentin zum Beispiel Uschi Disl, Anni Friesinger oder Claudia Pechstein. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Weit interessanter scheint schon die Frage zu sein, ob tatsächlich alle Olympioniken wirklich sauber sind, ob nur Frau Pawlowitsch gesündigt hat. Der italienische Radprofi Simeoni hat dieser Tage vor einem Gericht dargelegt, dass er sich jahrelang vollgestopft hat mit allen möglichen pharmazeutischen Widerlichkeiten. Aufgefallen ist er nie, die Verschleierungstechniken sind so ausgeklügelt, wie es die Dopingdosierung ist. Blutentnahme würde Beweise liefern, Blutentnahme ist noch nicht Teil der olympischen Bewegung. Solange die nicht angeordnet ist, bleiben Zweifel an den famosen Leistungen, übrigens auch an denen der Deutschen. Und die tatsächliche Konsequenz der olympischen Dopingbekämpfer harrt weiter ihrer Überprüfbarkeit.

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