Zeitung Heute : „Nie mehr Hallenfußball“

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Georg Hackl (37) ist dreifacher Olympiasieger und achtfacher Weltmeister im Rennrodeln – und er leidet unter Arthrose. Mit ihm sprach Christian Hönicke.

Herr Hackl, wann haben Sie gemerkt, dass Sie Arthrose haben?

Das ist ein schleichender Prozess. Ich habe ja Arthrose aufgrund von Überbelastung, mechanischer Abnutzung. Natürlich ist man als Leistungssportler harte Trainingsbelastungen gewohnt. Und auch, dass es hinterher mal zwickt – man hat da eine hohe Schmerztoleranzgrenze. Aber als das über Wochen und Monate gar nicht mehr weggegangen ist, bin ich zum Arzt gegangen. Und es stellte sich heraus, dass ich Arthrose habe.

Was genau tut Ihnen denn weh?

Ich habe Rückenschmerzen, meist bei Wetterumschwüngen. Es schmerzt zwar nicht so stark, ist aber sehr unangenehm. Manchmal gibt es auch einen kleinen Stich im Rücken. Außerdem habe ich Arthrose in den Knien, im Sprunggelenk und in den Großzehengelenken.

Behindert Sie das nicht beim Fahren?

Nein, beim Fahren nicht. Es führt aber durch die eingeschränkte Beweglichkeit manchmal zu schlechten Startleistungen.

Was tun Sie, wenn es direkt vor dem Lauf einen Wetterumschwung gibt?

Dann werfe ich ein Medikament ein. Vorzugsweise Cox-2-Hemmer. Der lindert die Schmerzen, ist sehr verträglich – und steht nicht auf der Dopingliste.

Wäre es nicht gesünder, mit dem Leistungssport aufzuhören?

Nein, ich muss mich einfach nur vernünftiger verhalten. Die meisten Überbeanspruchungen waren nicht notwendig, das war eher so Beiwerk wie Hallenfußball. Wir haben bis zu dreimal täglich gespielt. Ich wusste ja nicht, dass man davon Arthrose kriegen kann. Jetzt mache ich nur noch gezieltes Training, das auch präventiv meinen Problemen entgegenwirkt. Zum Beispiel durch Stabilisierungsübungen. Weil ich immer noch aktiver Leistungssportler bin, habe ich Zugang zu den besten Ärzten und den besten Physiotherapeuten. Das ist ein Vorzug.

Sprechen Sie mit anderen Sportlern, denen es ähnlich geht?

Nein, das tritt kein Sportler gerne breit. Ich habe nur von Ärzten gehört, dass zum Beispiel Tennisspieler prophylaktisch Medikamente nehmen, bevor sie auf den Platz gehen und da so richtig wühlen.

INTERVIEW

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