Zeitung Heute : Nie viel gebüffelt

Einser-Abiturientin Angela Sinn studiert heute Medizin

Fabian Dittmann

Noten, Uni, Job – das alles hat Angela Sinn nie so richtig Sorgen gemacht. Unbekümmert geht sie an ihre Zukunft heran. Das ist kein Wunder, denn bisher ist der 19-Jährigen alles fast von allein in den Schoß gefallen. Viel lernen musste sie nie, Bestnoten hatte sie trotzdem. Ihre Abiturnote: 1,0. Vergangenes Jahr beklatschten ihre Freunde und Verwandten sie in der Aula des Canisius-Kollegs in Tiergarten. Die Geigenspielerin, die auch am Julius-Stern-Institut für Hochbegabte spielte, dachte erst an eine Musikkarriere. „Nur Musik zu machen“ schien ihr auf die Dauer aber doch zu eintönig. Die Diskussionen über Genforschung begeisterten sie dann für ein Medizinstudium. Warten auf einen Platz musste sie nicht. Mittlerweile studiert Sinn im zweiten Semester an der Humboldt-Universität. Das Studium ist für sie aber nicht alles: „Man muss auch andere Sachen machen“, findet Sinn, die auf Turnieren tanzt, Geige spielt, Aikido lernt. Alkohol und Zigaretten lehnt sie kategorisch ab, Partys sind auch nicht so ihr Ding. Die Studentin mag Hitchcock-Krimis: „Da wird Spannung aufgebaut, ohne dass grausame Szenen gezeigt werden.“ Unangenehmes wird sie dennoch bald zu sehen bekommen. Im September beginnt ihr Praktikum im Krankenhaus-Pflegedienst. Sorgen macht sie sich aber nicht. Schließlich hat sie schon Leichen präpariert.

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