Zeitung Heute : Nie wieder Kleider wechseln

Die Mode von Rosa Munde sieht auf dem Opernball genau so gut aus wie beim Fernsehabend

Maren Sauer

Vor einem Jahr gründete Ruthild Hofmann das Label Rosa Munde. Mit der aktuellen Winterkollektion beweist die 27-Jährige, dass ihr ernst ist, wenn sie sagt: „Meine Kreationen sind vor allem multifunktional, bequem und individuell.“ „Multifunktional“ bedeutet bei ihr aber nicht einfach, dass ein Kleidungsstück sowohl im Büro als auch in der Freizeit tragbar ist. Die Stuttgarterin schlägt einen größeren Bogen: Sie macht Mode, die Frauen bei wirklich jeder Gelegenheit bestens angezogen und niemals over- oder underdressed wirken lässt – beim gemütlichen Fernsehabend wie beim Herbstspaziergang oder dem festlichen Konzertbesuch.

Zudem bestätigt Ruthild Hofmann eindrucksvoll, dass Bequemlichkeit nicht unbedingt mit lässiger Weite einhergehen muss. Die Schnitte ihrer Modelle sind allesamt figurbetont. Dass sie dennoch das Zeug zum Wohlfühl-Outfit haben, ist der Kombination aus perfekter Passform und weichen, meist elastischen Materialien zu verdanken.

So spielen leichte Plüschstoffe eine Hauptrolle in der Winterkollektion, teils schlicht, teils mit aparten pastellfarbenen Blumengirlanden bedruckt. Aus ihnen hat die Designerin knielange, wunderschön schwingende oder gewagt geschlitzte Röcke kreiert. Bei den Oberteilen, Rock-Pulli-Ensembles und Kleidern dominieren flauschige Wolljerseys. Sie kommen mit überlangen Ärmeln, gestickten „Kiss Me If U Can“-Schriftzügen, Webpelz-Applikationen oder aufgesetzten Taschen in Fäustling-Form daher und wirken vor allem durch das Zusammenspiel klassischer Linien und außergewöhnlicher Details. Da gibt es zum Beispiel auch extravagante, Form gebende Schnürungen, die an die Mode des Mittelalters erinnern.

„Oft sind es ganz alltägliche Kleinigkeiten, die mich zu Ideen inspirieren, oft aber auch wilde, verrückte Theaterkostüme“, erklärt Ruthild Hofmann, die im belgischen Antwerpen und in Stuttgart Modedesign studiert hat. Farblich favorisiert sie allerdings das Dezente, sie verarbeitet bevorzugt Dunkelbraun, Natur- und Pastelltöne. Damit wahrt sie auch die Devise, dass nahezu alle Teile der Kollektion miteinander kombinierbar sein sollten.

Das gilt auch für die Accessoires von Rosa Munde, die Stulpen für Arme und Beine, die Mützen, Schals und Taschen. Bunte Farbtupfer finden sich in der neuen Kollektion nur selten, originelle Impulse dafür umso häufiger. Das macht die Stücke zweifellos zu äußerst dekorativen Elementen. „Ebenso wichtig wie die Ästhetik ist mir aber, dass auch Accessoires ihre Funktionen erfüllen“, sagt die Designerin. Dass sie wärmen und eine willkommene, praktische und schicke Ergänzung der Rosa Munde-Outfits geben. Denn lediglich schmückendes Beiwerk zu produzieren, das würde Ruthild Hofmanns Ansprüchen nicht genügen.

Mode von Rosa Munde gibt es in Berlin bei „Ich Jane“, Münzstr. 14 und „Respectless“, Neue Schönhauser Str. 14 (Mitte).

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