Zeitung Heute : Nisse, der Torwart

Wir präsentieren die WM-Maskottchen von einst und heute: Den Anfang macht das erste und bereits vergessene Maskottchen der Geschichte: Nisse, der brave Keeper aus Schweden.

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Worldcup-Willie war angeblich der Erste. Als Wappentier der WM 1966 trat er, so glaubten wir, mit seiner Plüschtatze jene Lawine von Apfelsinen, Kakteen und Hunden los, die dann über uns hinwegrollte. „Falsch!“, sagt hingegen Arne Steinert aus Hannover. Er ist Kurator der Fußballausstellung „Heimspiele“ und hat als solcher Unmengen an Devotionalien zusammengetragen. Eines Tages spielte ihm ein Sammler ein Figürchen zu, kaum zehn Zentimeter groß. Steinert nahm es unter die Lupe. Filzkappe, ausgeprägte Hände, den Ball sicher im Griff: Es musste sich um einen Torwart handeln. Doch was stand da auf dem Ball? V.M. 1958? „Das steht für Världsmästerskap, also Weltmeisterschaft“, fand der Experte heraus. „Um die Hallenhandball-Weltmeisterschaft kann es sich nicht handeln, die wurde nämlich 1958 in der DDR ausgetragen. Und die im Feldhandball fand in diesem Jahr gar nicht statt. Die Inschrift bezieht sich also auf die Fußball-WM 1958 in Schweden!“

Eine kleine Sensation, Steinert hielt das erste WM-Maskottchen in Händen! Brav hatte es über Garrincha und Fontaine gewacht – und geriet rasch in Vergessenheit. Nicht einmal sein Name ist überliefert. Wir schlagen deshalb forsch „Nisse“ vor, in Gedenken an die schwedische Stürmerlegende Nils „Nisse“ Liedholm.Dirk Gieselmann

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