Zeitung Heute : Nobelpreis oder Amoklauf

REIMZEIT Wie Kabarettist Florian Schroeder die Welt sieht: „Offen für alles und nicht ganz dicht“

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Hinter dem länglichen Titel seines neuen Programms versteckt sich weniger Selbst- ironie als man annehmen könnte. „Offen für alles und nicht ganz dicht“ ist in Florian Schroeders Blick eine Generation, die zeitgeistiger Beliebigkeit frönt – beispiels- weise mit dem Ironie-T(r)ick, der im nebenstehenden Textauszug erläutert wird. So grenzt sich der 32-jährige Schwabe vom handelsüblichen Comedian ab: Schroeder hat Haltung, bezieht Stellung und vertritt eine Meinung, die man nicht in jedem Fall teilen muss – ganz in der Tradition des politischen Kabaretts. Wie auch im Buch zur Show (rororo) nachzulesen ist, verarbeitet er eigene Erfahrungen, vor allem als ehemaliger Rundfunkmitarbeiter, um im flachen Tümpel der Unterhaltungsbranche zu stochern und die „Irgendwas mit Medien“-Zeitgenossen durch die Entengrütze zu ziehen. Fast könnte man annehmen, dass der Bewohner von „Digitalien“ sich heimlich doch zurück nach „Analogistan“ sehnt. Immerhin tourte er vier Jahre als Mitglied des Kabarettquartetts HEINZ! mit einer Heinz-Erhardt-Revue. Apropos: Manchmal liegt die Realität deckungsgleich auf der Satire. Die neben- stehend imaginierte Heinz-Erhardt-Brille wird tatsächlich von einem Hamburger Optiker im Auftrag der Erhardt-Erben angeboteneNTe

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