Zeitung Heute : Noble Gesten

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Was wird heute wichtig?

Der alternative Nobelpreis: Zum 25. Mal werden heute in Stockholm die Preisträger des „Right Livelihood Awards“ („Preis für richtiges Leben“) bekannt gegeben, der in Deutschland besser als alternativer Nobelpreis bekannt ist. Für die Auszeichnung, die sich jährlich vier Personen oder Organisationen teilen, wurden in diesem Jahr 77 Kandidaten aus 39 Ländern nominiert. Der Preis geht zurück auf eine Idee des deutschschwedischen Journalisten und Philatelisten Jakob von Uexküll . 1980 hatte dieser dem Vorstand der Nobelstiftung die Auslobung eines eigenen Nobelpreises für Ökologie und Entwicklung vorgeschlagen. Dafür wollte er den Erlös aus dem Verkauf seiner Sammlung wertvoller Briefmarken zur Verfügung stellen. Das offizielle Nobelpreis-Komitee lehnte seine Idee aber ab. Uexküll rief daraufhin einen eigenen Preis ins Leben, der dank weiterer Spenden inzwischen mit 200000 Euro dotiert ist. Nach Uexkülls Auffassung soll der Preis weniger wissenschaftliche Spitzenleistungen würdigen, sondern vielmehr praktische Handlungsanweisungen unterstützen, mit denen eine „menschenwürdige Lebensweise“ ermöglicht werde. Damit verstehe sich die Auszeichnung auch als Kritik an den traditionellen Nobelpreisen, die in den Sparten Medizin, Chemie und Ökonomie in der Regel an männliche Vertreter des Wissenschaftsestablishments vergeben würden.

„Jeder in der Welt kann jeden für einen Right Livelihood Award vorschlagen. Dieser offene Nominierungsprozess zeigt jedes Jahr aufs Neue, was Menschen weltweit als die drängendsten Probleme wahrnehmen“, sagte Uexküll aus Anlass des 25-jährigen Bestehens seiner Stiftung vor wenigen Wochen in Salzburg. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die Menschenrechtlerin Bianca Jagger, den argentinischen Umweltschützer Raúl Montenegro sowie zwei Umweltschutzinitiativen aus Russland und aus Indien. fal

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