Zeitung Heute : Noch keine Spur nach Anschlag auf jüdischen Friedhof

Der Tagesspiegel

Sechs Tage nach dem Sprengstoffanschlag auf den jüdischen Friedhof in Charlottenburg hat die Polizei noch keine heiße Spur. „Es sind zwar ein gutes Dutzend Hinweise bei uns eingegangen, etwas Konkretes war jedoch nicht dabei“, sagte die Leiterin der gesonderten Ermittlungsgruppe des Staatsschutzes zur Aufklärung des Attentats, Sabine Schröder. Die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Friedhof seien verstärkt worden. Die achtköpfige Ermittlergruppe war unmittelbar nach dem Anschlag am Samstag vergangener Woche gebildet worden. Ihr gehören Spezialisten für Kriminalität in der rechtsextremistischen Szene sowie ein Sprengstoffexperte an. Die Ermittlungen gingen aber auch in Richtung arabischer Extremisten. „Dazu sind wir in enger Verbindung mit unseren Terrorismus-Experten“, sagte Schröder. Allerdings gebe es auch aus diesem Bereich bisher keine Hinweise.

Die Untersuchungen des verwendeten Sprengsatzes seien noch nicht abgeschlossen. Nach wie vor sei nur bekannt, dass es sich um eine Metallflasche mit Sprengstoff handelt. Unbekannte hatten den selbst gebauten Sprengsatz über die Mauer des Eingangsbereichs zum Friedhof am Scholzplatz geworfen. Die Explosion hatte Andachtsräume und den Gehweg beschädigt. „Fortschritte erhoffen wir uns vor allem durch Informationen aus der Bevölkerung zu einem dunklen Pkw“, sagte Schröder weiter. Das Auto war in der Einbahnstraße Angerburger Allee entgegen der Fahrtrichtung davongefahren, so dass zwei Autos ausweichen mussten. „Möglicherweise sind den Fahrern das Kennzeichen oder das Aussehen des Geisterfahrers in Erinnerung geblieben“, vermutet sie. Für Hinweise hat die Polizei eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. dpa

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