NOCH MEHR IRRTÜMER : NOCH MEHR IRRTÜMER

SOMMERREGEN UND HERBSTDÜRRE

Auch er war ein Reinfall in diesem Jahr, der Hochsommer. So wenig Sonne und so viele Niederschläge wie im Juli des Jahres 2011 gab es überhaupt noch nie. Und das, obwohl der Siebenschläfertag am 27. Juni doch richtig gemütlich-warmes Wetter versprach – nichts da. Dafür war der Herbst umso milder: Im sonst so schmuddeligen November regnete es so gut wie gar nicht.

TEURER TEPPICH

7,4 Millionen Euro brachte ein Perserteppich bei einer Versteigerung in London ein – ein Rekorderlös. Dumm nur, dass ein Auktionator aus Augsburg das gute Stück zuvor auf 900 Euro geschätzt und für 19 000 Euro veräußert hatte. Als die ehemalige Besitzerin vom Londoner Erlös hörte, verklagte sie den Fehleinschätzer – und stimmte am 7. Dezember einem Vergleich zu, wonach der erste Auktionator ihr 100 000 Euro für den entgangenen Millionendeal zahlen sollte. Dumm wiederum, dass der sich das angeblich nicht leisten kann. Im Januar wird weiterverhandelt.

PLUS STATT MINUS

Am 28. Oktober tauchen bei der „Bad Bank“ der Hypo Real Estate, die die Altlasten der verstaatlichten Bank verwertet, 55,5 Milliarden Euro auf. Wegen eines Bilanzierungsfehlers hat die Bank plötzlich weniger Schulden – und damit auch der deutsche Staat. Die Ursachen für die Panne sind nicht abschließend geklärt: In der Buchhaltung waren offenbar Forderungen und Verbindlichkeiten fälschlicherweise nicht saldiert worden. Über die unverhofft aufgetauchten Milliarden konnte sich Finanzminister Wolfgang Schäuble nicht wirklich freuen.

UND ER KANN DOCH GEWINNEN

Der gewinnt doch eh nichts. Weil Dirk Nowitzki mit seinem Basketballteam von den Dallas Mavericks schon so oft am Titel in der nordamerikanischen Profiliga NBA vorbeigerauscht war, nannten ihn Spötter in Nordamerika schon „No- win-ski“. Am 12. Juni aber schaffte er es doch. Als erster

Deutscher

gewann er den NBA-Titel. Und dazu wurde Nowitzki noch als wertvollster Spieler ausgezeichnet. Was danach passierte, daran hatte er zuvor selbst nicht geglaubt. Dirk Nowitzki wunderte sich, „wie viele Leute nachts für die Spiele aufgestanden sind. Wie die Leute sich für mich gefreut haben! Wo ich überall erkannt worden bin. Auch ältere Leute haben mich erkannt, von denen man denken würde: Die haben mit Basketball überhaupt gar nichts am Hut.“ Manchmal können Irrtümer auch richtig meisterlich sein.

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