Zeitung Heute : Nordkorea kappt Leitung in den Süden Weltgemeinschaft besorgt wegen Kriegsdrohungen

Berlin/Seoul - Unmittelbar nach der Drohung Nordkoreas, das Waffenstillstandsabkommen mit seinem südlichen Nachbarn aufzukündigen, hat die Europäische Union Beratungen über weitere Sanktionen beschlossen. Am Montag würden neue Strafmaßnahmen in Brüssel erörtert, sagte Außenminister Guido Westerwelle am Freitag in Berlin. Stunden zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen die kommunistische Regierung verschärft. Nordkorea drohte daraufhin, den Waffenstillstand für nichtig zu erklären und die direkten Kommunikationsleitungen zur südkoreanischen Regierung zu kappen.

„Die Rechnung geht nicht auf, dass die Weltgemeinschaft sich von Kriegsdrohungen beeindrucken lässt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Dies habe der Sicherheitsrat klargestellt. Die Weltgemeinschaft bleibe aber gesprächsbereit. Ein erster Schritt zur Deeskalation könnte sein, die technischen Kommunikationsmöglichkeiten mit Südkorea wieder herzustellen, sagte der Regierungssprecher mit Blick auf den sogenannten Heißen Draht, mit dem in Krisen ein Krieg verhindert werden soll. Westerwelle rief China dazu auf, seinen Einfluss auf Nordkorea zu nutzen. China ist der einzige internationale Partner Nordkoreas. „Es geht hier nicht nur um die koreanische Halbinsel. Es geht hier auch um die Sicherheitsarchitektur der Region und natürlich auch der Welt insgesamt“, warnte Westerwelle. China erklärte, die Sanktionen seien eine notwendige Maßnahme.

Seitdem die UN-Sanktionen absehbar waren, verschärfte Nordkorea seine verbalen Attacken. Aber auch Südkorea reagierte mit ungewöhnlich deutlichen Drohungen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte: „Falls Nordkorea Südkorea mit Atomwaffen angreifen sollte, wird das Regime von Kim Jong Un nach dem Willen der Menschheit und Südkoreas vom Erdboden getilgt werden.“ Für den nordkoreanischen Machthaber ist dies die erste schwere außenpolitische Krise. Er hatte die Herrschaft Ende 2011 übernommen. rtr

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben