Zeitung Heute : NSA hörte auch Kanzler Schröder ab

Washington - Die NSA hat offenbar auch die Kommunikation von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ab 2002 elektronisch überwacht. Nach Informationen aus US-Regierungskreisen war der Vorgänger von Angela Merkel (CDU) im Kanzleramt genauso Zielperson des US-Geheimdienstes, seine Telefonate sollen dabei durchaus ergiebig gewesen sein. ARD und „Süddeutsche Zeitung“ berichten unter Berufung auf die Materialien des Ex-NSA-Mitarbeiters Edward Snowden, Schröder sei in seiner Zeit als Regierungschef insbesondere wegen seiner kritischen Haltung zum Irak-Krieg ins Visier genommen worden.

Die Registriernummer „388“, die sich in den Snowden-Dateien in einer Liste zu überwachender Personen findet, könnte demnach sowohl für Merkel als auch für Schröder gelten. Sie registrierte die Überwachung des jeweiligen deutschen Bundeskanzlers. Schröder erklärte, er habe sich vor Bekanntwerden der Affäre das massenhafte Ausspähen nicht vorstellen können. „Damals wäre ich nicht auf die Idee gekommen, von amerikanischen Diensten abgehört zu werden; jetzt überrascht mich das nicht mehr.“

Seit bekannt geworden war, dass die NSA das private Handy von Merkel schon vor ihrer Zeit im Kanzleramt und vermutlich bis zum Sommer 2013 abgehört hat, war intern schon davon ausgegangen worden, dass auch Schröder auf der Auftragsliste der Agenten stand. Von der Bundesregierung gibt es noch keine Stellungnahme. babs

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