Zeitung Heute : Nur die Besten bekommen eine Chance Viele Azubis hoffen auf eine Übernahme

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Dominique Heine (18) aus Prenzlauer Berg, Realschulabschluss, 3. Ausbildungsjahr

Ab 2005 Tierpflegerin für Klinik und Forschung

Ich wollte schon immer etwas mit Tieren machen. Aus der Zeitung habe ich erfahren, dass die FU Tierpfleger ausbildet. Daraufhin habe ich mich beworben, aber auch knapp 30 Bewerbungen für andere Ausbildungsberufe verschickt. Bisher habe ich verschiedene Stationen kennen gelernt: die Pferdeklinik, die Kleintierklinik, das Institut für Fortpflanzung und andere. Im OP finde ich es besonders spannend. Die Arbeit ist zum Teil körperlich sehr anstrengend. Einen Kuhstall auszumisten ist schwerer als eine Box mit Mäusen zu reinigen. Ich betreue die Hühner, Mäuse, Ratten und Meerschweinchen. Füttern, Wasser geben und Reinigen sind die wichtigsten Arbeiten. Aber wir stellen auch Pferde oder Daisy, unsere Kuh, bereit, wenn die Studenten hier Kurse in Angewandter Anatomie haben. Ich bin froh nur mit heimischen Tieren zu arbeiten, die Tierpfleger im Zoo leben wahrscheinlich gefährlicher. Insgesamt gebe ich der Ausbildung eine Zwei bis Drei, weil ich mir manchmal wünsche noch mehr gefordert zu werden. Später möchte ich in einer Tierarztpraxis arbeiten.

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Marvin Müller (18) aus Hellersdorf, erweiterter Hauptschulabschluss, 2. Ausbildungsjahr

Ab 2006 Staudengärtner

Der Anruf der FU kam ganz früh morgens als ich noch schlief. Eine schöne Überraschung. Irgendwie zeichnete sich schon früh ab, dass ich Gärtner werden würde. Meine Großeltern hatten einen Garten und ich wollte auch Samen aussäen und die Pflanzen wachsen sehen. Mit Stiefmütterchen habe ich angefangen. In der neunten Klasse habe ich mein Praktikum in der Gärtnerei des Tierparks verbracht – eine wichtige Erfahrung für mich. Jetzt bin ich froh, hier im Botanischen Garten diese Vielfalt von Pflanzen zu erleben. Man entdeckt jeden Tag etwas Neues. Mein Revier ist der Alpengarten mit der Jungpflanzenanzucht für die pflanzengeografische Abteilung. Die Arbeit verläuft im Rhythmus der Jahreszeiten: Im Frühjahr säen wir aus, pikieren die Saaten, die seit dem Herbst herangewachsen sind, topfen diese um und bepflanzen bis in den Sommer hinein das Freiland. Im Hochsommer heißt es Unkraut jäten. Danach sind die Herbstaussaaten dran. Im Winter machen wir Adventsgestecke und arbeiten in den Gewächshäusern. Mit der Ausbildung geht tatsächlich ein kleiner Traum in Erfüllung.

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Alexander Leipold (18) aus Altlandsberg, erweiterter Realschulabschluss, 2. Ausbildungsjahr

Ab 2006 Verwaltungsfachangestellter

Naturwissenschaftliche Fächer waren in der Schule nicht meine Stärke. Also habe ich mich nach Büroberufen mit Aufstiegschancen umgesehen. Verwaltung – das klang nicht schlecht. Ich wollte schon immer wissen, wie der Apparat aufgebaut ist und bestimmte Abläufe zusammenhängen. Dass die FU ausbildet, habe ich bei der Senatsverwaltung erfahren. Meine Zusage habe ich nicht bereut. Das Bild, das viele Bürger von der Verwaltung haben – nämlich träge zu sein – kann ich nicht bestätigen. Wir lernen diverse Bereiche kennen, langweilig wird es da nicht, vor allem, weil das Publikum so verschieden ist. In einem Dekanatsbüro zum Beispiel laufen alle Fäden eines Fachbereiches zusammen. Dort habe ich Lehrpläne zusammengestellt oder Professoren bei der Korrespondenz unterstützt. Im Personalbereich bearbeite ich Einstellungsanträge, pflege Personalakten oder prüfe Verdienstbescheinigungen. Es ist sehr interessant zu sehen, wie Wissenschaft und Verwaltung zusammenarbeiten. Für die persönliche und fachliche Betreuung vergebe ich die Note Eins. Vielleicht klappt es ja 2006 mit einer Stelle.

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