Zeitung Heute : Nur nichts anmerken lassen!

Wie der französische Premierminister beim Fußball die Politik vergessen machen will.

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Da ist sie wieder, die Verbindung von Politik und Sport. Dominique de Villepin, französischer Premierminister, beim Spiel Frankreich – Portugal. Die Kritiker daheim toben (vor allem seit er Sozialistenchef Hollande mehrmals der Feigheit bezichtigte), die Aufregung um seine angeblichen Geheimermittlungen gegen Innenminister Sarkozy ebbt nicht ab – doch der Premier strahlt beim Halbfinale gegen Portugal, als ob nichts wäre. Die klare Message: Entspannt genießt er den Erfolg der „Equipe“, die Frankreich „auch weiterhin ins Träumen“ versetzen soll.

Ihn selber wohl auch, denn was ein WM-Sieg für Regierungsparteien bedeuten kann, wissen auch die Deutschen (oder warum sonst fanden die letzten regulären Bundestagswahlen immer kurz nach der WM statt?). Noch ist nicht klar, ob Villepin bei den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2007 antritt; aber bis dahin durchzuhalten, wird ähnlich schwer, wie, ja, wie das Finale gegen Italien zu gewinnen. Sei parteiinterner Rivale Sarkozy kann sich übrigens keinen Abstecher nach Deutschland erlauben: Er habe zu viel zu tun. Auch eine Botschaft im Wahlkampf.

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