Zeitung Heute : Nur noch der Bund bietet billiges Geld

Max Herbst

Nachdem Berlin fast alle Programme zur Förderung von Immobilien-Investitionen gestrichen hat, müssen sich Interessenten an den Bund halten. Dieser bietet Häuslekäufern neben der Eigenheimzulage mit Hilfe der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) billiges Baugeld. Den Antrag für die Gewährung eines KfW-Darlehens gibt es bei den meisten Geschäftsbanken. Auf Begeisterung wird der Antragsteller am Schalter nicht stoßen: Denn die Geschäftsbanken erhalten für ihre Arbeit nur eine geringe Provision und müssen einen Teil des Finanzierungsrisikos selber tragen.

Wer ein eigenes Heim erwirbt, kann maximal 30 Prozent der Gesamtkosten, doch zugleich nicht mehr als 100 000 Euro als KfW-Darlehen beantragen. Die Zinsen betragen für die zehn Jahre laufenden Kredite 5,98 Prozent effektiv. Zurückzahlen muss der Schuldner frühestens zwei Jahre nach der Auszahlung des Baugeldes eine erste Rate in Höhe von 1,32 Prozent der Kreditsumme. Durch diese Tilgungsquote ist das Darlehen spätestens 30 Jahre nach dessen Überweisung wieder zurückgezahlt.

Der Vorteil dieser Art von Darlehen besteht darin, dass die KfW den günstigen Kredit im Grundbuch an einer nachrangigen Stelle durch Pfandrechte absichert. Weil die nachrangigen Gläubiger bei einer Insolvenz ihres Schuldners und der dann folgenden Zwangsversteigerung als Letzte einen Teil ihres verliehenen Geldes zurückbekommen, wollen die meisten Geschäftsbanken an die vorderen Stellen des Grundbuchs. Da diese bei Nutzern von KfW-Krediten noch frei sind, bekommen sie leicht zusätzliche Darlehen von gewöhnlichen Geschäftsbanken.

Die KfW gewährt auch Darlehen für Immobilien-Modernisierungen in den neuen Ländern. Sie kosten 4,11 Prozent effektiv bei einer zehnjährigen Zinsbindung. Gefördert werden maximal 400 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Auch bei CO2-mindernden Sanierungen verleiht die KfW Geld für 5,12 Prozent Zinsen.

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