Zeitung Heute : Oasen der Großstadt

Kalte Getränke, heiße Snacks: Wo man in Spandau an frischer Luft genießen kann

Kerstin Heidecke

Von Kerstin Heidecke

Biergarten klingt irgendwie zu vulgär – fürs Casa Italiana da Alberto. Hinter dem liebevoll restaurierten Gutshaus liegt ein wunderschöner Sommergarten mit Palmen und Olivenbäumen – und Blick auf die Havel. Hier speist und trinkt man auch im Freien edel. Auf den Tischen liegen frisch gestärkte Deckchen, echte Blumendeko inklusive. Ebenso wie die Oliven und das knusprige Ciabatta, die uns zum Radler gereicht werden. Poloshirts sind mit Abstand das lässigste Outfit, das man sich hier gönnt.

Am Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es nichts zu mäkeln. Die höflichen Kellner, mit weißen Hemden, schwarzer Hose und roter Schürze, servieren Kinderspaghetti für 2,50 Euro, Pizza ab 4 Euro. Dafür lohnt sich die weite Anreise.

Das Bistro Verde am neu gestalteten Kladower Hafen lebt wie auch die Nachbarbiergärten vorrangig von Ausflüglern, die gegenüber der Stern- und Kreis-Anlegestelle auf die Abfahrt ihrer Dampfer oder auf die Fähre warten. Da scheint das Ambiente keine große Rolle zu spielen: Die Stühle sind aus Plastik. Und offenbar sind viele Gäste bereit, 16,80 Euro für Scampis vom Grill zu zahlen. Immerhin die jüngsten Gäste haben uneingeschränkt Spaß – an den im Biergarten frei herumspazierenden Enten.

Das Spandauer Brauhaus ist eine Institution. Über alle Monate des Jahres bietet es Bier-Variationen: Maibock, dunkles Weizen im Juni und Juli, im August und September gibt’s Spandauer Landbier. Und alles in der urigen Atmosphäre des Brauhauses oder im Biergarten mit Blick auf den Wröhmännerpark und die Anlegestelle der Oberhavel. Auch ein paar Strandkörbe stehen bereit. Einheimische wie Ausflügler genießen die gesellige und entspannte Atmosphäre.

Eierkuchen zum Bier? Naja, Geschmacksache. Aber Eierkuchen – von exotisch bis orientalisch zubereitet – sind nun mal die Spezialität im Restaurant und Biergarten des „Stilbruch“ auf der Insel Eiswerder. Die Gäste können aber auch Kühles und Nahrhaftes aus dem Glas bekommen: Erdinger Hefeweizen, Warsteiner oder das Dunkle König Ludwig. Die neuen Betreiber des Restaurants haben Stühle und Tische auf den Steg gestellt. Da wundert es nicht, dass Schlauchbootfahrer oder Ruderbootfans am Stilbruch anlegen.

Ländlich romantisch ist es im „Schaukelpferd“. In dem Staakener Biergarten geht es familiär zu. Etwa bei frischen Scampi oder hausgebackenem Blechkuchen. Dazu gibt es gut gekühlte Schneider-Weiße oder Herforder Pils und man sitzt gemütlich auf rot-weiß-karierten Kissen.

Albrecht, der Bär, schaut den Gästen des „Burggartens“ auf der Zitadelle Spandau ins Glas. Aber von der Skulptur im Hof der Festung lässt sich niemand stören. Auch die Zitadelle bietet ein umfangreiches Programm: Walpurgisnacht mit Hexen, Halloween-Partys, Fledermaus- und Burgfest. Praktisch: Bei Regen kann man in das Gewölbe der Zitadellen-Schänke flüchten – dort lässt man die Küche des Mittelalters aufleben.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!