Zeitung Heute : Obama-Berater lobt Deutschland

Berlin - Der Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten, James Jones, sieht Versäumnisse in der zivilen Politik der USA in Afghanistan. „Die USA erledigen den militärischen Teil ziemlich gut“, im 21. Jahrhundert gebe es jedoch „eine zusätzliche Seite, und die fällt uns nicht so leicht“, sagte Jones dem Tagesspiegel. Militärische Macht allein „reicht nicht in den Konflikten, mit denen wir es jetzt zu tun haben“. „Wer nur militärische Beiträge anbieten kann, muss damit rechnen, viel länger zu bleiben“, sagte Obamas Berater weiter.

Ausdrücklich begrüßte Jones den zivilen Beitrag der Verbündeten. Dafür sei auch Bosnien vor Jahren ein Beispiel gewesen. Wenn die Europäer allerdings aus freien Stücken Truppen schickten, würde die US-Regierung dies „selbstverständlich“ begrüßen. Jones, der längere Zeit in Europa gelebt hat, sagte, Afghanistan könne zum Beispiel durch Beiträge des „großartigen Rechtsstaats“ Deutschland „einiges lernen“. Auch in der Polizeiausbildung hätten die Deutschen „viel geleistet“.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte ein verstärktes Engagement Deutschlands bei der Ausbildung von Soldaten und Polizisten in Afghanistan an. Hier seien „qualitativ noch mehr Anstrengungen“ notwendig, sagte Merkel am Samstag in ihrem neuen Video-Podcast.

Die Regierung in Kabul unterstützt die neue Strategie der USA. Sie sei „besser als erwartet“, sagte Präsident Hamid Karsai am Samstag. Die geplanten Maßnahmen würden dem Land dabei helfen, den Terrorismus zu bekämpfen und die Stabilität zu verbessern. „Das ist genau das, worauf das afghanische Volk gehofft hat“, sagte Karsai. US-Präsident Barack Obama hatte unter anderem angekündigt, die Truppen zu verstärken. cvm/ddp/AFP

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