Obama und seine Vorgänger : Politik mit links

Björn Rosen

Von wegen „change“! Mit Barack Obama hat erneut der Vertreter einer kleinen, offenbar sehr einflussreichen Gruppe nach der Macht gegriffen – und zwar mit der linken Hand. Abgesehen von George W. Bush waren mit Ronald Reagan, Bush senior und Bill Clinton alle US-Präsidenten der vergangenen 25 Jahre Linkshänder. Dabei stellen diese nur zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung. Verschwörungstheoretiker könnten hellhörig werden. Erste Exemplare des Buches „Die Linkshänder-Lobby“ sind vermutlich schon im Druck. Betrachtet man die Sache realistischer, muss man den Linkshändern den Erfolg einfach gönnen. Schließlich wurde ihnen lange alles Böse dieser Welt angehängt – bis hin zu Geschichten über Hexen, die den Teufel mit ihrer Linken grüßen. Noch im 20. Jahrhundert kam ein englischer Psychologe zu dem Schluss, linkshändige Kinder seien „Tölpel und Pfuscher“. Umerzogen sollten sie werden. Heute weiß man: Linkshändigkeit ist wohl eine unproblematische genetische Veranlagung, bei der die rechte Hälfte des Gehirns dominanter ist als ihr Gegenpart. Vielleicht gibt es unter Linkshändern sogar mehr Hochbegabte. Der Vergleich zwischen Bush und Obama scheint diesen Verdacht, nun ja, recht eindeutig zu bestätigen. Insofern wird der Regierungswechsel, der in mehrfacher Hinsicht einer von rechts nach links ist, den USA guttun. Und Obama kann auf eine ausgezeichnete Ausrede zurückgreifen, wenn es mal wieder darum geht, dass er nicht von den Zigaretten loskommt: Statistisch gesehen rauchen Linkshänder mehr. Björn Rosen

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