Zeitung Heute : Obama will Al Qaida vernichten

Washington/Hluboka/Berlin - US- Präsident Barack Obama hat eine Woche vor dem Nato-Gipfel eine umfassende Strategie für Afghanistan und Pakistan dargelegt. Sein Ziel sei es, Al Qaida „aufzuspalten, auszuschalten und zu vernichten“, sagte er am Freitag in Washington. Er kündigte eine weitere Verstärkung der US-Truppen sowie mehr zivile Aufbauhilfe an und bat die Verbündeten, ihre Beiträge ebenfalls zu erhöhen. Er ließ offen, ob die USA erwarten, dass die Europäer mehr Soldaten schicken. Sein Sprecher Robert Gibbs sagte, dies werde „ein kontinuierliches Thema bleiben“. Obama kündigte eine Ausweitung der Afghanistanstrategie auf Pakistan an und warnte die Regierung dort, sie habe „keinen Blankoscheck“. Wenn sie nicht beweise, dass sie gegen Al Qaida und die Taliban vorgehe, werde er handeln.

Die Außenminister der Europäischen Union begrüßten die neue Afghanistanstrategie der USA einhellig. Sie habe sich den europäischen Vorstellungen „sehr, sehr angenähert“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Freitag beim informellen Treffen der EU-Außenminister im südböhmischen Hluboka (Frauenberg). Obama räume dem zivilen Aufbau Vorrang ein, interpretierten die EU-Außenminister Obamas Rede. Die Europäer wollen künftig noch mehr für den zivilen Aufbau tun, kündigte der tschechische Außenminister und EU-Ratspräsident Karel Schwarzenberg an. Die EU stellte höhere Finanzhilfe in Aussicht. Europa könne auch mehr zur Ausbildung der Sicherheitskräfte beitragen, sagte Steinmeier.

Aus Deutschland sind nach Erkenntnissen des Bundesinnenministeriums in den vergangenen zehn Jahren etwa 140 Islamisten in Terrorcamps in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gereist. 60 bis 80 der Personen sind in die Bundesrepublik zurückgekehrt, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, August Hanning, dem Tagesspiegel. Die Gefahr, die von ihnen ausgehe, sei nicht zu unterschätzen. cvm/tog/fan

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