Zeitung Heute : Oberhirte

Gerd Appenzeller

Wer sich als interessierter Laie über das Leben der Päpste des Mittelalters informieren wollte, wusste seit Mitte des 19. Jahrhunderts, wo er zu suchen hatte. Leopold von Rankes „Die römischen Päpste in den letzten vier Jahrhunderten“ bietet auch heute noch lesenswerte, umfassende Lebensbilder. Antiquarisch sind die vier Bände mit über 2000 Seiten gelegentlich aus späteren Auflagen noch greifbar.

Für alle, denen der Platz für die Anlage einer Hausbibliothek fehlt, ist Georg Schwaigers und Manfred Heims „Kleines Lexikon der Päpste“ zwar nicht unbedingt eine gleichwertige Alternative, aber eine nette Handreichung. Das Büchlein gleicht den größten Nachteil der Ranke’schen Sammlung – der Historiker starb 1886 – aus: Es reicht bis in die Jetztzeit. Die Verfasser sind Kirchengeschichtler. Das bürgt für handwerkliche Zuverlä ssigkeit und Konzentration auf das Wesentliche, führt aber leider auch zu einer eher offiziösen Darstellung der Amtszeiten und Lebensleistungen der Päpste, was man als Zeitgenosse an den Vitae der römischen Oberhirten etwa von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an ganz gut selber kontrollieren kann.


Dieses Buch bestellen Georg Schwaiger, Manfred Heim: Kleines Lexikon der Päpste. Verlag C. H. Beck, München. 133 Seiten, 9,90 €.

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