Zeitung Heute : Österreich: Aus drei mach eins

Peter Weyer

Ein anspruchsvolle, dafür jedoch ausgesprochen abwechslungsreiche Radtour lässt sich in Österreich auf drei nun zusammen gelegten Radwegen bewältigen. Für den Kamptal-, den Thayatal- und den Marchweg gibt es inzwischen auch den erforderlichen Radwanderführer.

Der Weg führt von Krems an der Donau (alternativ vom Kraftwerk Altenwörth an der Donau) durch die Flusstäler von Kamp, Thaya und March beziehungsweise in deren Nähe durch das Kamptal, das Waldviertel, das Retzer Land, das Weinviertel und das Marchfeld bis nach Marchegg. Es besteht dabei die Möglichkeit der Verkürzung durch eine Querverbindung. Wer die Tour gern verlängern möchte, kann dies durch einen Abstecher nach Tschechien tun. Die normale Tour von Krems nach Marchegg ist etwa 450 Kilometer lang.

Wer mit dem Auto anreist, benötigt einen Ausgangspunkt, an dem auch das Fahrzeug einigermaßen sicher abgestellt werden kann. In Krems und Umgebung gibt es einige radfahrerfreundliche Unterkünfte, die bei allen Fragen ums Fahrrad mit Rat und Tat zur Seite stehen und zum Teil auch selbst Touren begleiten.

Die gesamte Strecke führt über größere Orte wie Altenberg, Zwettl, Waidhofen und Waldkirchen, von wo aus es nur wenige Kilometer bis zur tschechischen Grenze sind. Bis Raabs haben es die Steigungen einiger Streckenabschnitte durchaus in sich. Über Retz geht es dann über Gars, Laa an der Thaya und Herrenbaumgarten nördlich von Wien auf die slowakische Grenze zu. Bis zum Ende der Strecke in Marchegg werden die Steigungen angenehm kürzer, zuletzt kann man auf Flachstrecken ausrollen.

Entlang der gesamten Strecke darf man eine relativ unberührte Natur genießen, zudem Schlösser wie Ottenstein und Riegersburg, Stifte (Altenburg, Zwettl) und Burgen (Raabs und Hardegg) erleben. Zum Abschluss der Tour wartet Schloss Marchegg, wo heute Niederösterreichs Landesjagd- und Afrikamuseum untergebracht sind.

Übernachtungsmöglichkeiten sind auf der Route nicht unbedingt dicht gesät, da die Region auf Grund der Grenzlage touristisch noch nicht übermäßig erschlossen ist. Es empfiehlt sich, die Regionalprospekte "Weinviertel" und "Waldviertel" zu besorgen, in denen Unterkünfte verzeichnet sind. Als besonders angenehm mag es mancher empfinden, bei Weinbauern zu übernachten, wo man die Produkte des Hauses zu deftigen Mahlzeiten verkosten kann.

Die Rückreise von Marchegg nach Krems kann per Zug erfolgen, leider werden die Räder nicht in jedem Zug mitgenommen. Wer keine Zeit oder Lust hat, bei Hainburg den Donauradweg zurück zu nehmen, sollte sich einen sicheren Abstellplatz für die Räder besorgen und sie am nächsten Tag mit dem Auto abholen. Von Krems fährt man etwa eineinhalb Stunden.

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