Zeitung Heute : Offener Streit in der FDP um Westerwelle Homburger für Fairness, Hahn für Rücktritt

Berlin - Die Chefin der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, hat ein sofortiges Ende der Debatte über die Zukunft des FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle gefordert. Die Personaldiskussionen „müssen schleunigst beendet werden“, sagte Homburger mit Verweis auf die Landtagswahlkämpfe. Im Interview mit dem Tagesspiegel mahnte sie „Fairness im Umgang“ mit dem Parteichef an. Es gebe „keinen besseren Wahlkämpfer“ als Westerwelle. Sie beteuerte zudem, es gebe „keinen Putsch“ in der FDP. Die Frage nach einer Nachfolge für Westerwelle stelle sich nicht, sagte die FDP-Politikerin. Auf die Frage, ob sie sich wünsche, dass Westerwelle beim Parteitag im Mai wieder als Parteichef antreten solle, vermied sie eine Festlegung und sagte lediglich: „Ich wünsche mir ein Ende der unsinnigen Personaldiskussionen.“

Trotz der Appelle zur Geschlossenheit machen einige Landesverbände weiter Druck auf Westerwelle. Der hessische FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn legte ihm am Donnerstagabend bei einem Treffen in Berlin den Verzicht auf die Parteiführung nahe. Entsprechende Informationen des „Spiegel“ bestätigte er am Samstag. Hahn sagte, er habe Westerwelle geraten, beim Dreikönigstreffen im Januar anzukündigen, dass er beim Parteitag im Mai nicht erneut kandidieren werde. Laut „Focus“ droht der Landesverband Hessen zudem, zur Klärung der Führungsfrage für den Februar einen Sonderparteitag einzuberufen, noch vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Laut Satzung wäre dafür aber die Unterstützung von drei weiteren Landesverbänden notwendig. has/ce/rtr

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