Zeitung Heute : Ohne Investor schließt das SEZ am 31. Dezember

Der Tagesspiegel

Friedrichshain. Am 31. Dezember 2002 schließt das Sport- und Erlebniszentrum (SEZ) an der Landsberger Allee, wenn sich nicht ein neuer Investor findet. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende der Berliner Bäderbetriebe, Klaus Lipinsky, den 134 Mitarbeitern des Hauses auf der Personalversammlung am Dienstag. Zu diesem Datum streicht der Senat seine jährlichen Zuschüsse in Höhe von 4,3 Millionen Euro. Die Hoffnung auf einen neuen Investor ist im Vorstand der Berliner Bäderbetriebe allerdings groß.

Am Wochenende wurde das SEZ erneut europaweit ausgeschrieben, samt dem rund vier Hektar großen Grundstück. Mit dem Grundstück, das dem Investor zur Erbpacht oder zum Verkauf angeboten werden könne, sei das Objekt ein ganzes Stück attraktiver, glaubt Lipinsky.

Für die Mitarbeiter bedeute jedoch auch ein neuer Investor das Aus, sagt der Vorsitzende des Personalrates der Bäderbetriebe, Günter Fasel. Schließlich sei eine Renovierungsszeit von rund einem Jahr, in der das Haus sehr wahrscheinlich geschlossen bleibt, notwendig. Was mit den Mitarbeitern, die teilweise seit der Eröffnung des Hauses dort arbeiten, geschehen werde, sei noch völlig offen. „Sie werden uns auf jeden Fall erhalten bleiben“, versichert Lipinsky. Bis zum Jahr 2004 seien betriebsbedingte Kündigungen laut Betriebsvereinbarung ausgeschlossen. Jüngere Mitarbeiter sollen dennoch mit Abfindungen zum Gehen überredet werden, den älteren werde man Altersteilzeit und Vorruhestand anbieten, sagte Lipinsky. Ein entsprechendes Konzept für die dazu nötige zusätzliche Finanzspritze werde man dem Finanzsenator demnächst vorlegen. Die restlichen Mitarbeiter werde man auf andere Bäder verteilen. „Bis zum 30. April sollen die Mitarbeiter Klarheit haben“, so Lipinsky.

Bis zum 30. Juni will der Vorstand entscheiden, wann das SEZ für Besucher geschlossen wird, falls sich kein neuer Investor findet. Es sei zu überlegen, ob man das Haus bis zum 31. Dezember 2002 geöffnet lasse und es danach räume oder ob man es vor dem Stichtag räume, sagt Lipinsky. Zunächst müssten die Kosten der beiden Varianten kalkuliert werden.

Die Abgeordneten Martina Michels (PDS) und Stefan Zackenfels (PDS) kündigten an, die Schließung des SEZ beratend zu begleiten. Laut Lipinsky kein einfaches Vorhaben. „Wir müssen hier schließlich einen Schlachtplan entwerfen, ohne zu wissen, ob, wann und wie das SEZ endet.“ akl

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