Zeitung Heute : Ohne Partner

Die Europäer befürchten Chaos – die Amerikaner lehnen Gespräche mit Arafat kategorisch ab

-

Ausgesprochen besorgt haben die Vereinigten Staaten und die Europäische Union auf die Entwicklung in Palästina reagiert. Der Leiter der USHeimatschutzbehörde, Tom Ridge, erklärte während eines Besuches in Italien, der Rücktritt von Abbas werde die Friedensbemühungen und die Rückkehr beider Seiten an den Verhandlungstisch auf jeden Fall verzögern. Ridge erklärte, Abbas sei eine große Hoffnung gewesen, aber seine Macht sei von anderen Elementen der Palästinensischen Selbstverwaltung ständig ausgehöhlt worden. Mit PLO-Chef Arafat jedoch werde man nicht mehr verhandeln, er sei kein Partner für den Frieden.

Für die Außenminister der Europäischen Union, die in Riva del Garda zu einer Konferenz zusammengekommen waren, erklärte der italienische Außenminister Franco Frattini, man sei sehr besorgt und befürchtet eine erhebliche Destabilisierung auf Seiten der palästinensischen Führung.

Bundesaußenminister Joschka Fischer forderte, auch nach dem Rücktritt von Abbas am Nahost-Friedensprozess festzuhalten. Die EU-Außenminister seien sich einig, dass der Friedensplan deswegen nicht scheitern dürfe, sagte Fischer. Wie die näheren Bedingungen für ein Festhalten am Friedensprozess aussehen werden, liege auch in den Händen der Palästinenser. Wichtig sei, mit den Reformen auf der palästinensischen Seite und der Kontrolle der Sicherheit weiterzukommen. Tsp

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar