Zeitung Heute : Ohne Verbindung

Der Krisenstab hat keinen Kontakt zu den drei deutschen Geiseln

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Mit dem Mobiltelefon hatten sie Gesprächspartner außerhalb des Musicaltheaters noch am Abend über ihr Schicksal informieren können. Doch am Donnerstag gab es keine Verbindung mehr zu den drei Deutschen, die zu den Geiseln im Musicaltheater gehören. Mindestens zwei Frauen und einen Mann mit deutschem Pass, so viel ist sicher, haben die Geiselnehmer in ihre Gewalt gebracht. Das konnte die Bundesregierung am Donnerstagnachmittag bestätigen. Die von den Opfern alarmierten Angehörigen hatten sofort die Deutsche Botschaft in Moskau und das Auswärtige Amt informiert.

Schnell wurden im Berliner Amt und in der deutschen Vertretung in Moskau Krisenstäbe gebildet. Im Lagezentrum im Ministerium am Werderschen Markt in Berlin, wo neun Uhren verschiedene Ortszeiten anzeigen, treffen sich seitdem regelmäßig 15 bis 20 Fachleute unter der Leitung von Staatssekretär Gunter Pleuger. Das Gremium kennt sich mit Entführungen aus: Mehrere Monate bemühten sich die Diplomaten, Kriminal und Geheimdienst-Experten vor zwei Jahren um die Sicherheit von drei Deutschen, die auf Jolo in der Gewalt von Rebellen waren, bis die letzte Geisel freikam. Auch im aktuellen Fall ist davon auszugehen, dass die Diplomaten alle politischen Möglichkeiten nutzen, um das Leben der Deutschen zu sichern.

Vor dem Theater in Moskau versuchte am Donnerstag der Ständige Vertreter, den Eingeschlossenen zu helfen. Schließlich hatten die Geiselnehmer zunächst angekündigt, Ausländer freizulassen. Vor Ort hielt sich auch der bei der Botschaft angestellte deutsche Arzt bereit - für alle Fälle. hmt

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