Zeitung Heute : Ohrfeige für Steuerzahler

Der Tagesspiegel

Betrifft: Literaturhaus

Man muss Gregor Dotzauer dankbar sein für seine endlich offenen Worte zur Situation des Literaturhauses. Dabei ist, versteht man, nicht die Institution des Literaturhauses zu kritisieren, sondern einzig und allein seine Leistung und sein bisheriges Image in der Öffentlichkeit. Das LH entwickelte sich von Anfang an als elitäre, Dotzauer sagt „snobistische“ und „arrogante“ Heimat für wenige, die sowieso beheimatet sind, in der Literaturgeschichte oder in aller Welt. Der einst angestrebte Literaturtreffpunkt mit Café, offen für alle interessierten Berliner, ist es nicht geworden. Die Türen sind außerhalb der Veranstaltungen meist verschlossen. Dass die Finanzausstattung fürs Personal fast ebenso groß ist wie die für kulturelle Veranstaltungen ist eine Berlin-Groteske mehr und eine Ohrfeige für alle Steuerzahler. Das Haus soll der Literatur und den Literaten dienen. Alles andere ist eine Pervertierung. Eine elitäre, selbstsüchtige und teure Einrichtung, die viele Opfer gefordert hat, nutzt der Stadt nichts.

Peter Stephan, Berlin

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