Zeitung Heute : Online-Kunden wollen beim Zahlen nur wenig preisgeben

Der Umsatz im Internethandel wächst, doch das Marktpotential ist noch nicht ausgeschöpft: es fehlt an sicheren Bezahlsystemen

Reinhart Bünger

Das Bezahlen bei Interneteinkäufen ist nach wie vor ein wunder Punkt im Online-Handel. Vor allem auch deshalb, weil das Abrechnungssystem bei den Betreibern der Internet-Shops oft als nachrangig erachtet wird. Dies jedenfalls meldet der Branchendienst der Heise Medien Gruppe, heise online (www.heise.de), unter Berufung auf eine aktuelle Studie der Deutschen Bank. Die Studie wurde unter Chefvolkswirt Norbert Walter erstellt. Das Ergebnis: Der Online-Handel zwischen Geschäftsleuten und Privatkunden bleibt noch hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Abhilfe schaffen können sichere Internet-Bezahlsysteme. Um durchschnittlich 27 Prozent pro Jahr wird der Umsatz im westeuropäischen Online-Handel für Endverbraucher in den nächsten drei Jahren wachsen, heißt es in der aktuellen Studie von Deutsche Bank Research. Das ist eine Verdopplung der heutigen Umsätze bis zum Ende des Jahrzehnts. Dennoch schöpfe die Online-Branche ihr Marktpotenzial nicht aus, heißt es. Grund sei unter anderem, dass E-Shops häufig die besonderen Umstände des Distanzhandels im virtuellen Raum zu wenig berücksichtigten. Online-Händler missachten die Erwartungen ihrer Kunden nach sicheren Bezahlsystemen.

Einen schwelenden Interessenkonflikt zwischen den Erwartungen der Verbraucher an ein Bezahlsystem und dem, was die E-Commerce-Anbieter bislang zu realisieren bereit sind, bescheinigen die Auguren der Deutschen Bank den Shop-Betreibern. Besonders ausgeprägt sei dieser Interessenkonflikt, wenn es für den Kunden um das Hinterlassen persönlicher Daten und um die Rückforderung einmal geleisteter Zahlungen gehe.

Laut Studie brechen mehr als die Hälfte der E-Shopper den Kaufvorgang ab, wenn zu viele persönliche Daten abgefragt werden. Ähnlich groß ist der Konflikt offenbar auch in Sachen Sicherheit und Kundenfreundlichkeit der angebotenen Bezahlvarianten. Während die Kunden ein erhebliches Sicherheitsinteresse bei Web-Einkäufen hätten, berücksichtige nur jeder vierte Shop dieses Bedürfnis. Auch das Angebot kundenfreundlicher Bezahlsysteme halten nur zwei von drei Shops für wichtig. Ein Konflikt, der offenbar unterschätzt wird, der aber das Wachstum des Online-Handels bremst.

Noch bieten die Shop-Betreiber überwiegend klassische Bezahlwege wie Vorauskasse, Rechnung, Nachnahme und Kreditkarte an. Das Dilemma neuer Bezahlsysteme besteht oft darin, dass die Shops zögern, in ein bislang wenig verbreitetes System zu investieren. Die Verbraucher ihrerseits wollten nur ungern zu einem Bezahlsystem wechseln, das bislang nur von einzelnen Shops eingesetzt wird, heißt es in der Studie. Mit dem iclear-Abrechnungssystem ist unterdessen seit 2000 ein Programm auf dem Markt, über das Käufer im Internet nach einmaliger Anmeldung Waren bestellen und einfach, sicher und ohne Zusatzkosten bezahlen können. Eine weitere Übermittlung persönlicher Daten ist nicht erforderlich. Das vom Kunden überwiesene Geld wird von iclear treuhänderisch verwaltet und erst nach Ablauf der gesetzlichen Produktrückgabefrist an den Verkäufer weitergeleitet.

Weitere Informationen unter:

www.iclear.de

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar