Zeitung Heute : Online-Musiktausch sinkt um die Hälfte

Der Austausch von Musik-Dateien im Internet ist nach den rechtlichen Schritten gegen die wohl bekannteste Online- Tauschbörse Napster einer Studie zufolge um knapp die Hälfte geschrumpft. Eine Reihe von Nachahmern wollte zwar in die Fußstapfen von Napster treten, bisher aber ohne durchschlagenden Erfolg, heißt es in einer von dem Nürnberger Marktforschungsinstitut Jupiter MMXI am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung. Im Februar hatten demnach noch rund 8,2 Millionen Nutzer die Seiten von Musiktauschbörsen besucht. Im August waren es ohne Napster nur noch 4,6 Millionen.

Damit seien vorerst Befürchtungen entkräftet, dass nachfolgende Tauschbörsen eine ähnlich starke Bedrohung für die Musikindustrie darstellen könnten wie Napster, hieß es. "Gleichzeitig wird deutlich, dass die Konsumenten nach wie vor erwarten, dass Musik im Web kostenlos verfügbar ist", erläuterte MMXI-Analyst Mark Mulligan. Plattenfirmen hätten deshalb mit kommerziellen Online-Angeboten bei der Kunden voraussichtlich wenig Chancen. Sie müssten dafür jedenfalls extrem guten Service bieten, viel besser als das, was es auf dem grauen Markt bisher bereits gibt, sagte Mulligan.

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