Zeitung Heute : Online-Versteigerung hat gerichtliches Nachspiel

Die Versteigerung eines Neuwagens im Internet hat vor dem Landgericht Münster ein Nachspiel, dem nach Angaben von Gerichtssprecher Dirk Oellers grundsätzliche Bedeutung beigemessen wird. Ein Bieter, der den Zuschlag für das Auto zwar erhalten, den Wagen aber nicht bekommen hatte, hat nach Angaben von Oellers die Auktionsfirma verklagt. "Es gibt in diesem Bereich bisher wenig Urteile, daher kommt der Entscheidung eine Weg weisende Bedeutung zu", sagte Oellers zur Bewertung des Prozesses.

Nach Gerichtsangaben hatte ein Internet-Auktionsunternehmen am 27. Juli für einen neuen VW-Passat Variant im Wert von mehr als 45 000 Mark ein Mindestgebot von gerade einmal 10 Mark gefordert. Der Kläger sei als 963. Bieter mit 26 350 Mark der Höchstbieter gewesen und habe somit den Zuschlag erhalten. Dennoch habe er das Auto nicht bekommen.

Gegenüber dem Kläger habe die Auktionsfirma eingeräumt, die Veröffentlichung im Internet stelle kein verbindliches Kaufangebot dar. Zudem sei die Nennung von zehn Mark als Mindestgebot ein Irrtum gewesen. Die Auktionsbedingungen für Verkaufsveranstaltungen der beklagten Firma besagen jedoch laut Gericht, dass mit der Freischaltung ihrer Angebotsseite automatisch die Annahme des höchsten Kaufangebots erklärt wird. Der Prozess beginnt am 3. Dezember vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts Münster.

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