Opel : "Die Details müssen schnell auf den Tisch"

Oliver Burkhard, IG-Metall-Chef in Nordrhein-Westfalen, über den geplanten Verkauf von Opel.

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Foto: dpa

Herr Burkhard, GM will Opel verkaufen. Sind sie nun erleichtert oder haben Sie Sorgen, dass im Kleingedruckten wieder neue Hindernisse auftauchen?



Das hält sich ungefähr die Waage. Auf der einen Seite haben wir jetzt eine Entscheidung für das Konzept, das wir auch favorisiert haben. Auf der anderen Seite weiß man nie, was da noch kommen kann.

Ist der Beschluss wirklich klar, oder stimmt es Sie nicht nachdenklich, dass weitere zwei bis drei Wochen ins Land gehen, bevor die Verträge zwischen GM und Magna dann endgültig unterschrieben werden und alles unter Dach und Fach ist?


Die Bundeskanzlerin hat sich klar geäußert. Ich sehe nicht, dass General Motors das jetzt noch zurückdreht. Ansonsten gilt, dass wir weiter genau darauf achten werden, dass unsere Bedingungen am Ende auch wirklich erfüllt werden. Wir akzeptieren keine betriebsbedingten Kündigungen, wir verlangen eine faire Verteilung der Lasten auf alle vier Werke und wir wollen die Sicherheit, dass der neue Eigentümer wirklich in die Zukunft investiert, in allen Werken. Im Übrigen kennen wir viele Details noch gar nicht, die müssen jetzt so schnell wie möglich auf den Tisch.

Wie groß ist denn nach dem ganzen Hickhack noch das Vertrauen in General Motors?

Das geht gegen null. Die haben so oft ihre Positionen gewechselt, dass wir nicht mehr wissen, was die wollen. Außerdem haben die das Unternehmen Opel in den zurückliegenden Jahren durch ihre vielen Fehlentscheidungen in die schwierige Lage geführt, in der wir uns gegenwärtig befinden. Es ist gut, wenn jetzt mit Magna ein anderer industrieller Eigentümer die Federführung bei Opel übernimmt.

Ist die Kündigung des Tarifvertrages damit vom Tisch?

Das ist im Moment nur aufgeschoben, vom Tisch ist gar nichts. Wir brauchen dieses Druckmittel, um wirklich sicher zu gehen, dass die Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht unter die Räder kommen. Unser Ziel ist, dass nicht so viele Arbeitsplätze abgebaut werden, wie bisher in den Konzepten steht; für Opel in Bochum sind das immerhin 2000. Wir kämpfen für jeden einzelnen Arbeitsplatz.

Oliver Burkhard ist Chef der IG Metall Nordrhein-Westfalen. Das Gespräch führte Jürgen Zurheide.

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