Zeitung Heute : OPERNFILM

Der Freischütz

Hermann-Josef Fohsel

Carl Maria von Webers Oper in der Fassung von Jens Neubert. Originalschauplatz heißt bei ihm Sächsische Schweiz und nicht Böhmerwald. Und statt nach dem 30-jährigen Krieg spielt sein „Freischütz“ vor dem Hintergrund der Napoleonischen Kriege. Kann man machen, denn in der Oper verbinden sich Mystik und Patriotismus, Grauen und Gemüt zu einer romantisch-vaterländischen Stimmung. Die Geschichte vom Jägerburschen Max, der sich von Kaspar verleiten lässt, immer treffende „Freikugeln“ zu gießen, um so beim Probeschuss zu bestehen und Agathe zu gewinnen, hat Neubert im Stil eines Monumentalfilms inszeniert. Dazu schnaubende Rösser, Vogelgezwitscher und Alltagsgeräusche, die die Musik fast verdrängen. Das Positive: Die Besetzung würde jedem Opernhaus Ehre machen. Zwiespältig. Hermann-Josef Fohsel

D/CH 2010, 142 Min., R: Jens Neubert, D: Franz Grundheber,

Michael König, Juliane Banse, Michael Volle, Benno Schollum

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