Zeitung Heute : Orange: Keine Euphorie

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Einen Tag später als geplant wird die Aktie der Mobilfunkgesellschaft Orange am heutigen Dienstag erstmals an den Finanzplätzen in Paris und London notiert. "Weit mehr" als die erwarteten eine Million Privatanleger hätten das Papier gezeichnet, hieß es am Montag in Paris aus der Umgebung des Konzerns. Genaue Zahlen will France Télécom erst beim Börsengang nennen. Institutionelle Anleger haben das Papier zweifach überzeichnet. Auf dem grauen Mark wurde die Orange-Aktie im Vorfeld mit bis zu 10,60 Euro bewertet. Marcus Schmitz, Analyst bei Hauk & Aufhäuser, ist optimistisch für den Börsenstart von Orange. "In dem großen Konsortium ist alles vertreten, was Rang und Namen hat. Diese Banken können es sich nicht leisten, dass der Start ein Flop wird", sagt Schmitz. Er rechnet mit einem Emissionspreis von 10,60 Euro. "Billig ist das Papier dann immer noch nicht." Schmitz empfiehlt die Orange-Aktie nicht zum Kauf. "Orange ist zwar europaweit breit aufgestellt, hat aber in vielen Ländern eine zu schwache Marktposition." Das Wachstumspotenzial sei zu gering.

Frank Rotauge, Analyst bei Sal. Oppenheim, erwartet ebenfalls keinen euphorischen Start der Aktie, hält das Papier aber in längerfristiger Perspektive für eine gute Anlage. "Es ist ein guter Zeitpunkt, in Telekom-Aktien einzusteigen", sagt Rotauge. Er rechnet damit, dass der starke Kundenzuwachs, der im Jahr 2000 zu hohen Akquisitionskosten bei den Mobilfunkanbietern geführt hat, in diesem Jahr voll umsatzwirksam wird. Er erwartet bei den Anbietern ein stark steigendes operatives Ergebnis.

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