Zeitung Heute : ORB-TV gibt der Journalistin eine "zweite Chance in der zweiten Reihe"

jbh

Die Journalistin Dörte Caspary bekommt beim Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) die zugesagte "zweite Chance in der zweiten Reihe". ORB-Sprecherin Pia Stein bestätigte am Dienstag auf Anfrage, dass Caspary "unser Angebot akzeptiert hat, als Nachrichten-Redakteurin beim Fernsehen zu arbeiten". Caspary war Anfang des Jahres zur neuen SPD-Sprecherin berufen worden. Nach dem Bekanntwerden früherer Stasi-Kontakte hatte die 32-Jährige noch vor Amtsantritt auf den Posten verzichtet. Die Thüringerin hatte sich 1984 gegenüber dem Ministerium für Staatssicherheit verpflichtet, 1987 war die Akte geschlossen worden.

Sender und Journalistin, sagte Pia Stein, seien im Gespräch, damit Dörty Caspary bereits "Ende 1999, Anfang 2000" ihre neue Aufgabe übernehmen könne, sagte Stein. Die Sprecherin beschrieb Casparys Funktion "mit dem Schreiben von Nachrichten und Produzieren von Einspielfilmen". An einen Einsatz im Bereich des Chefs vom Dienst sei nicht gedacht, "als Gerücht" bezeichnete Stein die Information, dass Caspary zur Nachrichten-Chefin aufsteigen solle.

Die ARD-Anstalt hatte ihr nach Bekanntgabe der Stasi-Verwicklungen im Frühjahr zugesichert, dass sie ihr ruhendes Arbeitsverhältnis im März 2000 wieder aufnehmen kann. Die für derartige Fragen zuständige Personalkommission beim ORB hatte Intendant Hansjürgen Rosenbauer zuvor empfohlen, Dörte Caspary weiter zu beschäftigen. Der ORB-Chef war dieser Empfehlung gefolgt.

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