Zeitung Heute : Osterfeuer leuchtete bis ins Weltall

Der Tagesspiegel

Senzig. Der Schein des Osterfeuers von Senzig bei Königs Wusterhausen reichte diesmal bis ins Weltall. Was wie eine starke Übertreibung klingt, ist tatsächlich wissenschaftlich belegt. Denn ein Satellit fing die Flammen mit seinen Sensoren ein und funkte die entsprechenden Daten zurück auf die Erde.

„Dank der Freiwilligen Feuerwehr von Senzig gelang unser Experiment“, sagte Sergio Montenegro vom Berliner Frauenhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik. „Unser Satellit hat die Wärmestrahlung aufgespürt. Nun können wir die Technik für die Früherkennung von Waldbränden weiter verfeinern.“ Der gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und mehreren in Berlin-Adlershof ansässigen Instituten entwickelte Satellit BIRD (Bi-spectral infared Detection) überflog um 21.58 Uhr das südlich Berlins gelegene Dorf. Zwar reckten sich da alle Köpfe nach oben, doch der winzige Punkt war in der Vollmondnacht nicht zu sehen. „Es ist nur ein 94 Kilogramm schwerer Würfel mit 60 Zentimeter langen Außenkanten“, erklärte Montenegro. „In rund 570 Kilometer Entfernung ist da auch mit den besten Augen kaum noch etwas zu erkennen.“ Im Oktober vergangenen Jahres war der Apparat mit einer indischen Trägerrakete ins All geflogen worden.

Wie der Test in Senzig zeigte, erfasst die Technik mindestens 800 Grad Celsius heiße Feuer bei einer Mindestausdehnung von 15 Quadratmetern. Da ergeben sich gerade für Brandenburg viele Einsatzmöglichkeiten. Regelmäßig kommt es im Süden zu Waldbränden. Eine ständige Beobachtung mit Satelliten wäre zeit- und kostensparend. Schon jetzt gibt es Tests mit Kameras, die auf Feuerwachtürmen montiert werden. Doch die Reichweiten sind begrenzt. Im Sommer sollen weitere Experimente folgen. Claus-Dieter Steyer

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