Zeitung Heute : Paddeln im Laden

Kippt das Kanu, hält das Zelt? Im Outdoor-Kaufhaus Globetrotter ist Testen im Preis mit drin

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Schon im Laden testen, ob das Paddelboot zum Kippen neigt, die neuen Kletterschuhe an einer gläsernen Kletterwand ausprobieren oder sich drei Stunden mit einem Schlafsack in die Kühlkammer legen, um zu sehen, ob der auch im Winter warm hält. „Hier lassen sich Dinge verwirklichen, die anderswo nicht möglich sind“, sagt Carsten Bombis von der Filialleitung bei Globetrotter im Steglitzer Kreisel. Der OutdoorAusrüster ist mit 4300 Quadratmetern das größte Geschäft dieser Art in Berlin. Er bietet seinen Kunden eine Reihe von Möglichkeiten, die Produkte vor dem Kauf zu testen.

Das 70 Quadratmeter große Bootspaddelbecken ist mehr als nur ein Spaß für Kinder. „Es reicht aus, um die Grundeigenschaften eines Bootes kennen zu lernen“, sagt Bombis. Abgedeckt wird die Fläche zum Podium: Einmal im Monat finden hier Vorträge statt – etwa über den Schutz des Äthiopischen Regenwaldes. Für Bombis und seine Kollegen ist Globetrotter nicht nur eine rein kaufmännische Angelegenheit, sondern auch ein Stück Lebensart: „Weltoffenheit und Naturverbundenheit sind Vokabeln, die für viele unserer Kunden und Mitarbeiter stimmen“, sagt er.

Globetrotter besitzt noch Testflächen für das Erlebnismoment Einkauf. Die Kühlkammer kann auf bis zu minus 30 Grad eingestellt werden und mit der Windanlage lässt sich auch der Windchill-Effekt testen. An die Temperaturgrenzen sei bisher aber nur ein Kamerateam gegangen, das vor dem Aufbruch zu Dreharbeiten in die Arktis wissen wollte, ob die Kamera bei diesen Temperaturen noch funktioniert. In der Hamburger Globetrotter-Filiale ist man noch einen Schritt weiter: „Dort haben wir eine Wärmebildkamera, mit der wir sichtbar machen können, wo das Kleidungsstück oder der Schlafsack seine Schwachstellen hat“, sagt Bombis.

Globetrotter versteht sich als Reiseausrüster – für jene, die aus Berufsgründen verreisen wie Journalisten, Ärzte und Kamerateams, als Ausstatter für Expeditionen, aber auch für Urlaube und den Wochenendausflug. Im Regal gibt es Hightech-Ware für Spezialisten aber auch Sonnenschutzmittel für Mallorca und die Hängematte für die Datsche – 20 000 verschiedene Artikel. In einer Bambushütte gegenüber der Kühlkammer hat Globetrotter eine Außenstelle des Tropeninstituts eingerichtet. Jeden Nachmittag kann man sich dort von einem Arzt über Vorsorgemaßnahmen für die Reise in tropische Länder informieren und sich impfen lassen. Den größten Teil seines Umsatzes macht Globetrotter aber mit Bekleidung. Denn Outdoor-Kleidung ist mittlerweile schick, praktisch – und alltagstauglich. Vor drei Jahren hat sich die Globetrotter-Filiale im Steglitzer Kreisel angesiedelt. Ein Standort, mit dem die Macher sehr zufrieden sind. Auf der großen, zusammenhängenden Fläche ist vieles machbar, was an anderen Standorten unmöglich wäre. „Die Verkehrsanbindung ist außerdem hervorragend“, sagt Bombis. „Und dass die Schloßstraße jetzt aufgewertet wird, bringt auch uns etwas.“ olk

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