Zeitung Heute : Pappsatt

Friedhard Teuffel

Von der DDR ist im vereinten Deutschland ein Nachgeschmack geblieben. Mit einem alten Rezept und den entsprechenden Lebensmitteln lässt sich die Erinnerung jederzeit wieder auffrischen. Die Journalistin Jutta Voigt bittet noch einmal zu Tisch: Ihr Buch sei ein „Resteessen mit der Vergangenheit“, schreibt sie kokett, dabei wirkt ihre frische Sprache kein bisschen aufgewärmt. Die DDR hatte ihr eigenes Aroma und ihr eigenes Grundnahrungsmittel: Fleisch – gekocht wurde für Arbeiterbedürfnisse. Der Tisch sollte gut gedeckt sein, wenn schon die Schaufenster leer waren.

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Ein sattes Volk ist ein zufriedenes, das erkannten die Regierenden schnell. Essen als politisches Beruhigungsmittel: Oft aß man im Kollektiv, von der Schulspeisung bis zur Betriebskantine. Dennoch blieb die DDR eine Mangelgastwirtschaft. Und in den Achtzigern betrieben immer mehr „Republikflucht in der Bratpfanne“, plötzlich hieß der überbackene Blumenkohl „chou-fleur au gratin“. Jutta Voigt hat dazu einen hervorragenden Gourmetführer geschrieben.

Jutta Voigt: Der Geschmack des Ostens. Vom Essen, Trinken und Leben in der DDR. Kiepenheuer Verlag, Leipzig. 214 Seiten, 16 €.

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