Zeitung Heute : Partner für das Leben

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Sie war gerade einmal ein Jahr alt, die "S.A. Carozzeria Pinin Farina", da fand sie einen ihrer wichtigsten Partner fürs Leben - die italienischen Autobauer von Alfa Romeo. Denn schon 1931 zeigten die beiden Unternehmen ihr erstes gemeinsames Werk - den Alfa Romeo 6C 1750 GTC. Dieser klassische offene 2+2-Sitzer war der Start für eine außergewöhnlich stabile und erfolgreiche Kooperation, die auch nach sieben Jahrzehnten immer noch sehr intensiv und erfolgreich ist und das auch zu bleiben verspricht.

Ergebnis dieser jahrzehntelangen Kooperation von Alfa Romeo mit den schnell berühmt gewordenen Designern, die heute eines der wichtigsten Designstudios der Welt repräsentieren und gleichzeitig einer der wichtigsten Hersteller von anspruchsvollen Spezialserien sind, die sie in mehreren Werken von Pininfarina bauen, ist eine ganze Flotte von Fahrzeugen, unter denen sich mehr als nur eine Legende des vergangenen Jahrhunderts findet. Und bei Alfa prägte Pininfarina schon bald den Bau anspruchsvoller offener Fahrzeuge.

So stellten Alfa und Pininfarina schon 1933 den Alfa Romeo 8C 2300 mit kraftvollen Achtzylindermotoren auf die Räder, für den Pininfarina eine der ersten Karosserien mit aerodynamisch schräg gesteller Windschutzscheibe schneiderte. Nach diesem ersten Ausflug in die Bereiche moderner Fahrzeugaerodynamik wurde dieser Bereich konsequent ausgebaut und Alfa und Pininfarina gehören schon bald zur Avantgarde modernen Karosseriebaus.

Besonders deutlich zeigt das ein 1935 vorgestelltes Modell des Alfa Romeo Pescara, das als "Berlinetta Aerodinamica" Aufsehen erregte. Denn sowohl stilistisch als auch aerodynamisch ist es seiner Zeit um ein gutes Jahrzehnt voraus. So hat es unter anderem verkleidete Kotflügel und voll in die Karosserie integrierte Scheinwerfer. Als Krönung solcher Entwürfe gilt der 1939 für den Grafen "del Pero" gestaltete Spider, der als 8C 2900 eines der schönsten Autos der Welt werden sollte.

Die Zusammenarbeit wurde nach dem Zweiten Weltkrieg konsequent fortgeführt und brachte eine ganze Reihe offener Alfas hervor, die mit zahlreichen Designpreisen bedacht wurden. Und eine ganz besondere Rolle auf diesem Gebiet spielten und spielen bis heute die von Pininfarina entworfenen Spider. Schon 1955 erschien der offene zweisitzige Giulietta Spider, der bis 1065 gebaut wurde und einer der weltweit erfolgreichsten Spider wurde. 1966 löste ihn ein offener Sportwagen ab, der als Duetto und später als "der Spider" über fast drei Jahrzehnte in den verschiedensten Entwicklungsstufen Generationen von Cabriofahrern begeisterte. Zu seiner Berühmtheit trug unter anderem auch Dustin Hoffmann bei, als er 1967 in dem Streifen "Die Reifeprüfung" einen Alfa Spider steuerte.

1995 endete die Karriere dieses offenen Zweisitzers - nicht aber die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Pininfarina. Denn auch der auf dem Genfer Salon vorgestellte Nachfolger des Klassikers trägt wieder die Handschrift von Pininfarina. Zusammen mit dem Centro Stile Alfa Romeo entstanden ein Spider und ein Coupé, die im Design ganz bewusst neue Wege gingen und bestätigten, dass Pininfarina und Alfa Romeo nicht von ihrer Avantgarde-Funktion eingebüßt hatten. Und so darf man mehr als gespannt sein, was alles noch aus dieser langjährigen Kooperation hervorgehen wird.

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