Zeitung Heute : Partnersuche: Wo der Bund hilft Viele Deutsche wollen Pate in Südasien werden

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Zerstörte Schulen, kaputte Straßen, zu wenig Fachpersonal – nach der Flutkatastrophe in Südasien wird vielerorts Hilfe benötigt. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums vermittelt die „Kommunale Servicestelle Partnerschaftsinitiative“ deswegen seit dem 10. Januar Patenschaften. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat jetzt Christina Rau als Schirmherrin der Aktion gewonnen.

Bei der Stelle können sich Vertreter von bundesdeutschen Städten, Schulen, Kindergärten und Unternehmen melden, wenn sie den vom Tsunami zerstörten Städten und öffentlichen Einrichtungen helfen wollen. „Wichtig ist dabei, dass die Patenschaften langfristig bestehen“, sagt Renate Wolbring, Mitarbeiterin der Kommunalen Servicestelle.

Bei der Rufnummer 0228 24 34 600 melden sich täglich 50 Menschen aus ganz Deutschland, die in der betroffenen Region Partnerschaften wie für Waisenhäuser oder auch Wasseraufbereitungsanlagen übernehmen wollen. Bevor diese Patenschaften jedoch vermittelt werden können, überprüft die Servicestelle genau, ob die Hilfe auch tatsächlich benötigt wird. „Wir wollen verhindern, dass die Hilfe in die falsche Richtung geht“, sagt Wolbring. Daher arbeitet die Kommunale Servicestelle eng mit dem Auswärtigen Amt und den Hilfsorganisationen vor Ort zusammen.

Auch Berlin hat Kontakte in die Krisenregion: Die Städtepartnerschaft mit Jakarta besteht seit 1993. Sie soll nun intensiviert werden. Auch Frankfurt (Oder) will auf diese Weise helfen: Oberbürgermeister Martin Patzelt kehrt jetzt nach Gesprächen über eine Städtepartnerschaft mit Weligama aus Sri Lanka zurück. Schon jetzt helfen Frankfurter Bürger Schulkindern mit Heften und Stiften.

Die Kommunale Servicestelle haben ebenso bereits Patenschaftsangebote aus Berlin erreicht: Die August-Hermann-Francke-Schule für geistig- und körperbehinderte Jugendliche möchte eine Schule im Katastrophengebiet unterstützen, die Bezirksverordnetenversammlung Pankow will eine Projektpatenschaft für ein Krankenhaus oder eine Schule übernehmen. Außerdem haben sich zahlreiche Berliner Architekturbüros bei der Kommunalen Servicestelle gemeldet, um beim Wiederaufbau der zerstörten Orte mit ihrem architektonischen Fachwissen zu helfen. Aliki Nassoufis

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