Zeitung Heute : Party mit Botox und Prosecco

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Sushi, ein Glas Champagner – und dazu „Botox“ aus der Kanüle. In den amerikanischen Großstädten sind die Einladungen zu BotoxPartys heiß begehrt. Das liegt nahe, weil die Injektion des hochpotenten Giftes innerhalb von Minuten über die Bühne geht und der „Patient“ die betroffenen Stellen unmittelbar danach nur kurze Zeit kühlen muss, um Schwellungen zu vermeiden – ein Prozedere, das schneller vorüber ist, als ein Besuch beim Friseur und bei ordnungsgemäßer Anwendung genauso schön macht.

Auch in Berlin gab es neulich eine Botox-Party, die sich an gut verdienende Geschäftsfrauen richtete. In der Mittagspause sollten die Damen kurz beim Sushi-Express am Potsdamer Platz vorbeikommen und die Krähenfüße richten lassen. Michael Krüger von der Klinik Sanssouci rückte gut gelaunt mit seinem Köfferchen an, doch die erwünschte Resonanz blieb erst einmal aus. „Die Deutschen wollen eher Nähe statt Öffentlichkeit“, sagt Krüger. „Das heißt, wenn man etwas machen lassen will, vertraut man hier eher auf eine kompetente Praxis-Atmosphäre.“ Außerdem sei man hier zu Lande noch immer gehemmt, kleine Schönheits-Korrekturen zuzugeben. oom

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