Zeitung Heute : Parzinger will neues Haus für Alte Meister

Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Kosten für Museumsbau sind bis zum Sommer geklärt.

Berlin - Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hält an ihren umstrittenen Neubauplänen für die Berliner Museen fest. Sie präferiert ein neues Haus für die Alten Meister gegenüber dem Bode-Museum und die Umgestaltung der Gemäldegalerie für die Kunst des 20. Jahrhunderts am Kulturforum. „Mitte der 20er Jahre gehe ich in Ruhestand, vorher würde ich gerne noch ein solches Haus eröffnen“, sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger in einem Interview mit dem Tagesspiegel. Die Realisierbarkeit sei aber eine Kostenfrage. Derzeit arbeiten das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und die Museen an einer Machbarkeitsstudie, die – so hofft Parzinger – noch im Sommer vorliegen wird.

Dabei werden verschiedene Varianten einer Neuordnung der Berliner Museumslandschaft geprüft. Eine Alternative zum Neubau an der Museumsinsel könnte ein Neubau am Kulturforum sein, wo die Sammlung Pietzsch in eine Galerie der Moderne integriert werden soll. Die Werke aus der Sammlung des Ehepaars Heiner und Ulla Pietzsch, die der Stiftung als Schenkung zugesagt sind, hält Parzinger für eine ideale Ergänzung der bisherigen Bestände. Parzinger verteidigt zudem das Vorhaben der Stiftung, Skulptur und Malerei künftig gemeinsam zu präsentieren.

Derweil bestätigte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, dass die Kosten der Sanierung der Staatsoper auf 300 Millionen Euro steigen können. Die Wiederherstellung des Musiktheaterbaus Unter den Linden war zunächst auf 242 Millionen Euro taxiert worden. In einer Aufstellung der Kosten für den Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses werden nun beispielsweise die Kosten für Restaurierungen höher als früher angesetzt. Auch sei der Posten für „Unvorhergesehenes“ in dem jüngsten Bericht an den Hauptausschuss höher angesetzt worden, sagte eine Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung dieser Zeitung.

Nicht wirklich absehbar ist auch das Datum der Wiedereröffnung. Ursprünglich sollte die Oper im Oktober dieses Jahres den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Inzwischen ist vom Oktober 2015 die Rede – vorausgesetzt, die schon jetzt als kompliziert angekündigten Arbeiten am Dach des Gebäudes müssen im kommenden Winter nicht monatelang unterbrochen werden.

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