Zeitung Heute : Pasta, Obst und Tulpen

Auf dem Wochenmarkt am Karl-August-Platz kann sich der Charlottenburger mit allerlei Leckereien eindecken. Das wusste auch schon der niederländische Schriftsteller Cees Noteboom

-

Von silke Zorn Wer sich in das bunte Treiben eines Wochenmarktes stürzen will, der hat in Berlin die Qual der Wahl. Von gut bürgerlich, über ökologisch wertvoll, bis hin zu exotischorientalisch – fast jeder Bezirk hat seinen ganz eigenen kulinarischen Mikrokosmos unter freiem Himmel. In Charlottenburg lädt zum Beispiel der Wochenmarkt am Karl-August-Platz, unweit der Wilmersdorfer Straße, jeden Mittwoch und Sonnabend zum Schlendern und Shoppen.

Etwa 100 Händler bieten rund um die Backsteinmauern der Trinitatiskirche ihre Waren an. Vor allem Obst und Gemüse gibt es zu kaufen, aber auch Blumen, Käse, Wurst, Antipasti und andere Leckereien. Gerade jetzt im Frühjahr quellen die Warentische der Blumenhändler über vor Tulpen in allen nur erdenklichen Farben. An türkischen Ständen kann man Fladenbrot, getrocknete Früchte, eingelegte Oliven und Ziegenkäse erstehen. Schräg gegenüber locken selbstgemachte Pasta und italienisches Olivenöl. Bio-Stände haben Produkte aus ökologischem Anbau im Angebot. Exotisches, wie etwa Bärlauch- und andere Kräuterkäse, gibt es beim eigens aus dem Erzgebirge angereisten „Käse-Berti“. Und wer sich auf seiner morgendlichen Einkaufstour stärken möchte, kann Goethe-/Ecke Krumme Straße eine Bratwurst vom Holzkohlengrill verspeisen, in einem der umliegenden Cafés einen Latte Macciato trinken – oder schon mal die Einkaufstüten durchstöbern.

Das Publikum ist hier zwar nicht ganz so trendy wie etwa auf dem Schöneberger Winterfeldt-Markt oder auf dem Markt am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg. Aber schließlich geht man in Charlottenburg ja auch zum Einkaufen auf den Markt – und nicht, um die neue Frühjahrskollektion auszuführen.

Der niederländische Schriftsteller Cees Noteboom hat den Charlottenburger Wochenmarkt sogar in seinen „Berliner Notizen“ verewigt. Ende der 80er Jahre lebte der Autor einige Zeit in der Goethestraße, ganz in der Nähe des Marktes. Und auch Klaus Peter Herbach, Gründer des legendären Berliner Buchhändlerkellers und guter Freund des Niederländers, vertrieb sich auf dem Karl-August-Platz hin und wieder die Samstagvormittage, bevor er mit Noteboom und anderen Freunden gemütlich Kaffee trank.

Wochenmarkt mittwochs von 8–13 Uhr, sonnabends von 8–14 Uhr

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben