Zeitung Heute : PC-Gefahr: Fröhliche "Navidad"!

Peter Zschunke

Viren, Würmer, Trojaner - die Zahl der Computerschädlinge nimmt ständig zu. Rund 57 000 Viren kennt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Zu den Neuheiten gehört der Virus "Navidad" (spanisch: Weihnachten), dessen Gefährlichkeit als besonders hoch eingestuft wird.

"Navidad" ist für Michael Struss von der Münchener Firma Sandbox Security ein Beispiel dafür, dass "die Viren sehr viel intelligenter geworden sind". Bei diesem seit November verbreiteten Schädling handelt es sich um einen Trojaner - also um einen bösartigen Feind, der sich als nützliches Programm tarnt, ganz wie beim Trojanischen Pferd der griechischen Antike. Dabei verbreitet sich "Navidad" aber im Unterschied zu klassischen Viren als Wurm, das heißt ohne menschliches Einwirken von einem Computer zum anderen. Verpackt in einem E-Mail-Attachment und getarnt als Bildschirmschoner oder anderes kleines Programm, ermöglicht "Navidad" seinem Absender einen Fernzugriff auf den attackierten Computer mit sämtlichen Dateisystemen.

Beim Schutz vor Schädlingen verfolgt Sandbox Securities einen anderen Ansatz als die Marktführer Symantec und McAfee. Das jetzt in der Version 5.0 auch in einer Fassung für Endanwender erschienene Programm Secure4U (Preis: 99 Mark) stellt jeden ausführbaren Programmcode aus dem Internet, so genannten Active Content, in eine isolierte "Sandbox" und verhindert jeden Versuch, außerhalb dieser Umgebung Unheil anzurichten. Mehr Sicherheit ermöglicht auch die Wahl des passenden Betriebssystems. Mit Windows NT/2000 gebe es einen besseren Schutz vor Angriffen als mit Windows 95/98 oder Windows Me, soStruss. "Noch einen Tick" besser seien Linux und andere Unix-Systeme.

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