Zeitung Heute : PERRET SCHAAD BLEIBEN IHREN PRINZIPIEN TREU

Große Erwartung hatte das junge Berliner Label Perret Schaad mit seiner Debütkollektion auf der Fashion Week im Januar geweckt. Die war aufgrund ihrer raffiniert konstruierten und gleichzeitig tragbaren Eleganz zu Recht gefeiert worden. Nun mussten die beiden Weißensee-Absolventinnen Tutia Schaad und Johanna Perret mit ihrer ersten Sommerkollektion nachlegen. Die Erwartungen waren also groß, in der ersten Reihe saßen die Einkäufer aus Japan, die nach dem Debüt hellhörig geworden waren.

Aber der selbst erzeugte Erfolgsdruck scheint das Duo eher beflügelt zu haben: Sie entwickelten ihr im Winter formuliertes Hauptthema – die unterschiedlichen Beziehungen zwischen Körper und Kleidung – souverän weiter. Wieder gibt es fließende, den Körper sanft umspielende Silhouetten ebenso wie solche mit kubisch konstruierten Partien, die sich bewusst gegen die Körperfom absetzen. Diesmal sind die unterschiedlichen Varianten des Themas aber noch pointierter geraten als beim Debüt. Hinzu kommen Experimente mit Kunststoffen, die aufgrund ihrer Materialeigenschaften die Formensprache der Kollektion um zusätzliche Facetten ergänzen. Und wie schon im Winter gelingt auch dieser Kollektion wieder der schwierige Spagat zwischen kreativer Konstruktionsvielfalt und absoluter Tragbarkeit. Farbe spielt angesichts der Dominanz der Formideen weiter eine untergeordnete Rolle. Von einzelnen gezielt gesetzten Akzenten abgesehen, bleibt die Palette zurückhaltend – als sollten Farben nicht von den Silhouetten und dem subtilen Faltenspiel ablenken. jsc

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