Zeitung Heute : Perspektiven durch Selbsthilfeprojekt

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Eine Zukunftswerkstatt als Hilfe-zur- Selbsthilfe-Instrument für ältere Beschäftigungslose - das ist die Antwort der Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung an der Fachhochschule Ulm (t 07 31 / 50 - 283 35) und des Arbeitsamtes (t 07 31 / 160 - 142) auf die Perspektivlosigkeit, der sich Arbeitslose ab 45 Jahren oft ausgeliefert fühlen. Wie eine Diplomarbeit im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen unter Leitung des Ulmer Ökonomie-Professors Friedrich Büg nachgewiesen hat, sind die bisherigen Modelle zur Wiedereingliederung älterer Beschäftigungsloser bundesweit wenig erfolgreich. Die entscheidenden Faktoren - wie Konjunktur, Lohn- und Gehaltskosten, Unternehmenskultur oder Aufgabenfelder offener Stellen - sind von den älteren Bewerbern kaum zu verändern. Das Pilotprojekt, das auf der Zukunftswerkstatt des Zukunftsforschers Robert Jungk basiert und vor allem Selbstkritik und Motivation fördern soll, setzt bei den individuell beeinflussbaren Faktoren an. Die Teilnehmer definierten Themen, die in weiteren Seminaren vertieft werden sollen: Existenzgründung, Qualifizierung in neuen Beschäftigungsfeldern, gemeinsame Stellensuche im Internet und in den Printmedien, Sozial- und Wirtschaftsethik.

Als wesentlichen Aspekt der Zukunftswerkstatt (E-mail-Adresse: haeberle@fh-ulm.de), die vom FU-Wissenschaftler Sven Sohr unterstützt wurde, stellten die Teilnehmer den persönlichen Gewinn durch die selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Problemfeld in der Gruppe heraus. Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl seien entscheidend gestärkt worden. Aus der stabilisierten psychischen Situation sei die Motivation, sich selbst zu helfen, gesteigert worden. Die FH Ulm über das Projekt: "Die Zukunftswerkstatt als eine Art Selbsthilfe-Instrument wäre damit ein durchaus universell einsetzbares Mittel, um die Wiedereingliederung Nicht-Beschäftigter in den Arbeitsmarkt zu fördern." Die süddeutsche Fachhochschule regt eine vergleichbare Zukunftswerkstatt für Personalchefs an, um "das Potenzial älterer Beschäftigungsloser für die Wirtschaft zu erschließen."

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