Zeitung Heute : Pfeilewerfen live aus der Eckkneipe Philipp Köster verlängert eigenhändig die Fanmeile

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Gestern machte ich den Fernseher an und sah Klaus Wowereit in der ARD. Das ist an und für sich noch nichts Besonderes, denn Klaus Wowereit ist ja derzeit überall. Auf der Fanmeile, in Steglitz, im Radio, im Rathaus, in der ARD. Ich bin sicher, Klaus Wowereit hat inzwischen auch einen Helikopter wie Franz Beckenbauer.

Auf jeden Fall war Wowereit in der ARD richtig gut gelaunt. Hat er aber auch allen Grund dazu. Die WM hat schließlich von vorne bis hinten prima funktioniert, und was man so hört, ist der Zuschlag für die Olympischen Spiele 2016 ja auch nur noch eine Formsache. Das ist allerdings noch verdammt lang hin, mehr als 3500 Tage. Durchfeiern macht also keinen Sinn, spätestens im Winter würde es wahrscheinlich ein bisschen ungemütlich auf der Fanmeile.

Obwohl mir ja auf Anhieb fünf, sechs Sportarten einfallen würden, die in Berlin noch größere Massenhysterie auslösen könnten als der Fußball. Dart zum Beispiel ist ein Sport, dessen Potenzial völlig unterschätzt wird, bloß weil bevorzugt in rauchigen Eckkneipen und mit Pilsblume in der Hand mit Pfeilen geworfen wird.

Wenn sich nun aber Klaus Wowereit ins Zeug legen würde, könnte er doch die Dart-WM 2007 nach Berlin holen. Dann könnte wieder eine Fanmeile eingerichtet werden, alle Partien würden aus der Kneipe „Schultheiss-Eck“ auf Großbildleinwände übertragen, Franz Zander singt die offizielle Hymne „Wirf um dein Leben“ (Arbeitstitel), und auf der Fanmeile bejubeln Hunderttausende jeden Treffer ins Bullseye,

Das werden tolle Wochen. Gleich anschließend dann die WM im Eisstockschießen, die WM im Bowling, die Boccia-WM. Und dann sind auch schon Olympische Spiele.

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