Zeitung Heute : Phänomen Love Parade

Phänomen Love Parade: Zum elften Mal findet der Rave am 10. Juli statt, einige Ideen haben sich nicht durchgesetzt. Zum Beispiel: Schmierseife an den Laternen. Der Senatsverkehrsverwaltung war es 1996 schlicht zu teuer, die denkmalgerechten Kopien der Schinkel-Leuchten am Großen Stern wieder zu ersetzen. Denn Laternen, das lehrt die Erfahrung, werden vorzugsweise erklettert, um einen besseren Überblick über das Ravergetümmel zu haben. Dabei gingen jedoch zahlreichen Lampen zu Bruch, und für neue hat das Land kein Geld - und Schadensersatz einzufordern, ist unmöglich. Ganz findige Köpfe in der Verwaltung kamen dann auf die Idee, statt neuer Leuchten erstmal kiloweise Fett und Schmierseife einzukaufen. Beides vermengten Arbeiter zu einem klebrigen Film und rieben damit die Laternenmasten ein. Der Erfolg? Gleich null, denn das Zeug hat sich als unfähiges Gleitmittel erwiesen, weshalb die Raver trotzdem oben saßen und die Laternen unten lagen: zerbrochen, versteht sich. Im Jahr darauf versuchte es der Senat mit stacheligen Manschetten, aber Raver lassen sich nicht wie Tauben verscheuchen. Da hilft nur eins - und das wird seit 1998 gemacht - vor der Love Parade werden die Lampen in Sicherheit gebracht.

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