Zeitung Heute : Ping-Pong mit einer Legende

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Kabarettistische Botschaft aus Wien

STADTMENSCHEN

Wie PingPong sei das zwischen Künstler und Publikum, sagte Gerhard Bronner und lobte sein Publikum als „wunderbares Pong“. Bronners „Ping“ schlug am Montagabend zweieinhalb Stunden die Zuhörer in Bann. In der Österreichischen Botschaft stellte der Kabarettist und Komponist seine Memoiren „Spiegel vorm Gesicht“ vor. Stundenlang hätte man ihm zuhören können; und noch länger hätte Bronner zu erzählen, gilt der 82-Jährige doch als Legende und Wegbereiter des österreichischen Kabaretts. Eine sehr lebendige Legende – mit männlich-voller Stimme erzählte und sang der comme il faut gekleidete schmale Mann aus seinem Leben: Von dem jüdischen Elternhaus in Wien und von der dramatischen Flucht 1938 als 15-Jähriger nach Palästina. Auch von der Rückkehr 1948 nach Wien, wo er in der Marietta-Bar mit Helmut Qualtinger auftrat. Dem Freund verlängerte er mit einem Lied das Leben um ein Jahr. „Darauf bin ich noch heute stolz“, sagte Bronner und sang dann das Lied über den Schaden zu vieler „Krügerl und Stamperl“. Ein Jahr lang ist Qualtinger damit aufgetreten, und eben so lange hat er nichts getrunken. Bronners Zuhörer am Abend, darunter Ex-Kultursenator Christoph Stölzl, griffen in der Pause trotzdem gern zum Wein – nur Christian Prosl begnügte sich als Gastgeber mit Wasser. Schließlich muss er bald fit sein: Der österreichische Botschafter gehört zur Diplomaten-Elf, die Ende Mai gegen die Bundestagsmannschaft Fußball spielen will. hema

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