Zeitung Heute : "Pinkel-Skandal" im Netz: Diskussionsfreudige Welfen

Jochen Reinecke

Es konnte kaum anders sein: In kürzester Zeit ist der "Pinkel-Skandal" um Prinz Ernst August ins Internet geschwappt. www.welfen.de heißt die offizielle Internetseite der Welfen. Auf den ersten Blick sieht sie harmlos und repräsentativ aus. Wäre da nicht das Wappen mit dem Untertitel "Ihre Meinung lesen". Ein Klick, und eine krude Mischung aus Volkes Zorn und Anfeuerungsrufen für die blaublütige Notdurft offenbart sich dem erfreuten Internetsurfer. Ein "M.M." lobt Ernst Augusts Schimpftiraden und zitiert Bismarck in Versalien: "Journalist ist der Beruf gescheiterter Existenzen". User "P.P.H." aus Florida, USA, fragt teilnahmsvoll: "Lieber Herr Hannover, gibt es keine Möglichkeit, Ihren offenbar gemütskranken Bruder Ernst August vor der Öffentlichkeit zu schützen?". Und ein gewisser "K.H." resümiert "Jeder Bahnhofspenner weiss sich besser zu benehmen".

Der offensive Umgang der Welfen mit den Entgleisungen des Ernst August ist zu loben. Wer auch etwas zum Thema beizutragen hat, kann sich unter heinrich.hannover@t-online.de direkt an den Verantwortlichen der Internetseite wenden, denn ein absolut offenes Forum ohne inhaltliche Kontrolle haben die Welfen noch nicht auf ihren Site.

Handfeste gelungene Satire verbirgt sich hinter der Bandwurmadresse www.freenet.de/freenet/unterhaltung/skandal.html . Nicht ganz ernst gemeinte Hintergründe zur Ayurveda-Kur des Prinzen werden dort geboten, ebenso wie eine Chronik seiner Entgleisungen. Und wie immer, wenn heiße Themen zu vermarkten sind, haben auch die Domainjäger schnell reagiert. Die Internetdomains "pinkelprinz.de", "pobelprinz.de" und "pruegelprinz.de" sind bereits vergeben.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben