Zeitung Heute : Pipeline-Monopoly - ZDF zeigt Nahaufnahme der kaukasischen Mitspieler

Alexandra Hahn

Nach dem Erfolg der Hintergrundreportage "Wer rettet Russland", die von zwei Millionen Zuschauern gesehen wurde, zeigt das ZDF nun die 75-minütige geopolitische Reportage "Im Namen des Öls - Machtkampf im Kaukasus" (heute, 22 Uhr 15). Sie ist ein Mosaik aus zehn Beiträgen von sechs Reportern: Dr. Peter Frey, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Außenpolitik, Dirk Sager, Leiter des ZDF-Studios in Moskau, Claus Richter, Chefreporter des ZDF in Mainz sowie drei weitere ZDF-Korrespondenten haben in Interviews "Nahaufnahmen" der Menschen aus der Kaukasusregion gemacht, genauer: aus Aserbaidschan, Daghestan, Tschetschenien, Georgien, Armenien und Kasachstan. Hintergrund der Reportage ist der wirtschaftliche Interessenkonflikt in der Kaukasus-Region zwischen den USA und Russland. Beiden geht es um die unvorstellbaren kaukasischen Erdöl- und Erdgasvorkommen. Weitere Mitspieler im "Pipeline-Monopoly" sind China, der Iran und die Türkei.

Das Thema habe mehr Brisanz, als man hier zu Lande weiß, glaubt Claus Richter, der unter anderem Georgien bereiste. Die Reporter wollen jedoch kein "geopolitisches Erklärstück" liefern. Es geht ihnen vielmehr um die Lebenssituation des Einzelnen in einem Machtspiel, das in amerikanischen Analysen "Great Game" oder "Neuer Kalter Krieg" genannt wird. Die Lebenssituation der kaukasischen Völker sei schockierend, sagt Peter Frey. "Von Aufbruchsstimmung ist nichts zu spüren." lautet die traurige Erkenntnis nach einem halben Jahr aufwändiger Recherchen.

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