Zeitung Heute : Pisa gerade rücken

Maßnahmen gegen die Misere

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Bildungsstandards

Die neuen nationalen Bildungsstandards gehören zu den wichtigsten Hebeln, die die Länder ansetzen wollen, um nach Pisa wieder aufzuholen. Unlängst hat die Kultusministerkonferenz (KMK) erste gemeinsame Entwürfe für den mittleren Schulabschluss vorgelegt, die ab 2004 gelten sollen. Aber wie müssen die Standards beschaffen sein, damit sie etwas bringen? Für die einzelnen Schultypen soll es nach den Plänen der KMK unterschiedliche Standards geben. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn will dagegen, dass die Standards für eine ganze Altersgruppe gelten. Andernfalls würden die negativen Seiten des dreigliedrigen Schulsystems festgeschrieben.

Worauf gründet die KMK die Annahme, dass die Regelstandards tatsächlich ein Regelniveau beschreiben? Eine Eichung, etwa anhand des Pisastandards, habe es nicht gegeben, kritisiert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Außerdem bereiten einige Bundesländer eigene Standards vor. Heißt das, sie akzeptieren den nationalen Standard nicht für sich? Was geschieht, wenn Schüler die Standards verfehlen? Bestimmte Förderkonzepte haben sich die Kultusminister noch nicht überlegt.

Ganztagsschulen

Wie kann der Bund prüfen, dass die Länder die Finanzspritze zum Ausbau der Ganztagsschulen nicht einfach zweckentfremden? Die Länder könnten das Geld etwa zur Sanierung einer Turnhalle nehmen, die sie eigentlich mit Landesmitteln finanzieren müssten. Der Bund wird das im Detail nicht überwachen können, Eltern und Lehrer müssen die Augen offen halten.

Was meinen die Länder, wenn sie „Ganztagsschule“ sagen? Nur die bloße Beaufsichtigung am Nachmittag stellt noch kein pädagogisches Konzept dar. Eltern und Lehrerverbände befürchten Spar- und Mogelpackungen. akü

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