Zeitung Heute : Plattform für den Nachwuchs

Galéries Lafayette präsentiert junge Designer

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In Deutschland, das wird oft beklagt, müssen junge Modedesigner selbst schauen, wie sie klar kommen. In Frankreich dagegen gilt Mode als Kulturgut und wird sowohl von staatlicher Seite als auch von größeren Unternehmen mit wesentlich mehr Engagement gefördert als bei uns. In dieser Tradition steht eine Initiative von Galéries Lafayette und der internationalen Modeschule Esmod (deren Stammhaus sich in Paris befindet), bei der junge Modedesigner eine für Deutschland ungewöhnliche Plattform bekommen.

Jeweils für drei Monate dürfen drei Nachwuchslabels im französischen Kaufhaus an der Friedrichstraße ihre aktuelle Kollektion ausstellen und haben so die Möglichkeit, sich einem Publikum zu präsentieren, das sie sonst kaum erreichen würden. Ausgewählt werden sie von den Berliner EsmodChefs Klaus Metz und Silvia Kadolsky. Im Januar traten mit „Smeililener“, „Kaviar Gauche“ und „Immer“ denn auch drei Labels von Esmod-Absolventinnen an; „Smeililener“ und „Kaviar Gauche“ hatten als Finalistinnen des Moët & Chandon-Fashiondebuts bereits deutschlandweite Anerkennung bekommen. In Zukunft soll sich das Angebot natürlich nicht auf den Esmod-Nachwuchs beschränken. Von den aktuell präsentierten Labels haben nur Sarah Elbo und Andrea Hartwig von „Hartbo & L´wig“ dort ihren Abschluss gemacht, die Designerinnen der beiden anderen Labels „Pulver“ und „C.Neeon“ sind Absolventinnen der Kunsthochschule Weißensee und der FHTW.

Knallbunt, plissiert und mehrlagig drapiert kommt C.Neeon daher, streng, tragbar und gestylt Pulver, kess und sexy im Matrosenlook mit Ovationen an die fünfziger Jahre Hartbo & L´wig. Das junge Design hebt sich deutlich von dem ab, was man gewöhnlich in einem Warenhaus bekommt – wodurch sowohl das Warenhaus gewinnt als auch die Designerinnen. S.N.

Galéries Lafayette, Friedrichstraße/Ecke Französische Straße (Mitte), Mo-Sa 10-20 Uhr.

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